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                  Miserable Ergebnisse im Altersvorsorge-Test der Verbraucherzentrale NRW

                  - 01.04.2011

                  Die Zeiten für Versicherungsberater und Finanzmakler allgemein sind hart. Selten zuvor standen sie unter derart heftigem Beschuss von Seiten der Verbraucherschützer. Der Grund für die seit Monaten anhaltende Kritik ist und bleibt derselbe: Viele Experten beraten ihre potentiellen Kunden eher im Hinblick auf die eigene Provision als auf den Nutzen der Versicherungspolicen für die Neukunden. Die Verbraucherzentrale NRW fand nun heraus, dass dieses Problem auch und gerade bei Modellen zur Altersvorsorge für Studenten der Fall ist.

                  Das Szenario des aktuellen Tests war denkbar einfach aufgestellt. Die Anfragen der Verbraucherschützer bezogen sich auf den Fall einer Studentin, die pro Monat ein Einkommen in Höhe von 850 Euro vorweisen konnte. Dieses Einkommen stammte aus der finanziellen Unterstützung der Eltern auf der einen und BAföG-Bezügen auf der anderen Seite. Insgesamt stellte die Verbraucherzentrale NRW für ihren Test zehn Beratungsanfragen, um ein möglichst gutes Angebot zur Altersvorsorge für die Testperson zu erhalten.

                  Empfehlungen trotz fehlender Mittel der Testperson

                  Sowohl bei Maklern als auch direkt bei Versicherungen wurden Angebote eingeholt. Das Ergebnis des Tests fällt nicht weniger als katastrophal aus Sicht der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale aus. Eigentlich, so die Experten, hätten die Berater angesichts der finanziellen Möglichkeiten der Studentin durchweg zu dem Ergebnis kommen müssen, dass Maßnahmen zur privaten Altersvorsorge im besagten Fall vorerst nicht in Frage kommen. Dies war jedoch genau nicht der Fall.

                  Statt selbst zu prüfen, welche Mittel überhaupt für die Altersvorsorge zur Verfügung stehen, fragten viele Berater die Kundin in spe danach, welche Summen sie erübrigen kann. Anschließend wurden gleichermaßen verschiedene Rentenmodelle privater oder fondsgebundener Art empfohlen wie auch Verträge zum Riester-Sparen. Auch Rürup-Produkte wurden gerne angeboten. Für die Tester der Verbraucherzentrale NRW ist dies schlicht nicht nachvollziehbar, nicht bedarfsgerecht und geht gänzlich an die Möglichkeiten der erfundenen Kundin vorbei.

                  Beratung nach wie vor eher auf Provisionen als auf Beratungsqualität ausgerichtet

                  Die Riester-Rente zum Beispiel sei unter den genannten Rahmenbedingungen als Altersvorsorge für Studenten schlichtweg nicht geeignet. Gleiches gilt für die übrigen Produkte, die der Kandidatin von den Beratern in den Stichproben ans Herz gelegt wurden. Im Falle der staatlich geförderten privaten Rentenmodelle besteht ein zusätzliches Dilemma. Die Berater beriefen sich in ihren Empfehlungen mitunter auf die steuerlichen Einsparungsmöglichkeiten sowie die besagten Zulagen vom Staat. Doch genau diese Zulagen würde die Testperson aufgrund ihrer Erwerbslosigkeit gar nicht erhalten. Zwei der zehn Berater ließen sich dadurch von einer Empfehlung aber nicht abhalten.

                  Auch eine Kapital-Lebensversicherung wurde empfohlen. Vor allem in diesem Fall winken dem Berater hohe Provisionen für den Abschluss der Police von der Versicherungsgesellschaft. Zwischen 40 und maximal 100 Euro kalkulierten die Makler und Versicherungen als Anteil zur Altersvorsorge. Es wird erneut deutlich, dass Beratungsgespräche noch immer eher auf den Verkauf als auf die tatsächliche Beratung ausgelegt sind. Die regelmäßige Kritik an der Arbeitsweise bleibt somit berechtigt.

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