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                  Gespräche zur Frauenquote zwiespältig aufgenommen

                  - 31.03.2011

                  Kommt sie, die Quote für die Beschäftigung von Frauen in den Chefetagen deutscher Wirtschaftskonzerne, oder bleibt alles beim Alten? Eine Antwort auf diese so viel diskutierte Frage, konnte das Gipfeltreffen zwischen der Bundesregierung und den Abgesandten der so genannten DAX-30-Konzerne am gestrigen Tage leider nicht wirklich bringen. Damit hatte jedoch im Grunde nach den strittigen Aussagen der vergangenen Monate niemand wirklich gerechnet. Zu vehement war der Widerspruch aus der Wirtschaft gewesen, weil man sich keine Vorschriften machen lassen wollte. Nun jedoch kommen die Konzerne den Forderungen der Politik zumindest ein Stück des Wegs entgegen.

                  Auch wenn es sich nicht unbedingt um einen Meilenstein handeln wird. Für die Regierung kann das Einlenken der Wirtschaftsvertreter in gewisser Weise wenigstens als Teilerfolg verbucht werden. Denn die 30 wichtigsten und größten im Deutschen Aktienindex notierten Konzerne haben zugesichert, spätestens zum Ende dieses Jahres eigene Konzepte vorlegen zu wollen, wie sie individuell zu einem Frauenanteil in Führungspositionen kommen wollen, wie es die Regierung von ihnen bereits seit einigen Jahren verlangt.

                  Jeder Konzern legt ein eigenes Konzept vor

                  Allerdings finden sich im Positionspapier der Konzerne keinerlei konkrete Hinweise darauf, in welcher Größenordnung man in Zukunft Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen unterzubringen gedenkt. Insofern bleiben sich die Dax-Unternehmen treu. Statt Fakten zu den eigenen Plänen auf den Tisch zu legen, will man lieber mit spezifischen Zielen und individuellen Modellen arbeiten, um eine schrittweise Erhöhung des Frauenanteils zu erreichen. Auch generell wollen die Unternehmen den Anteil an weiblichen Mitarbeitern erhöhen.

                  Problematisch an dem vermeintlichen Entgegenkommen ist aus Sicht von Experten vor allem das Ergebnis dieser nicht gerade eindeutigen Ansage aus der deutschen Wirtschaft. Denn am Ende einer Umsetzung des angekündigten Plans könnte im Ernstfall 30 unterschiedliche Pläne für die Förderung von Frauen im Unternehmen veröffentlicht werden.

                  Ministerin Schröder gibt sich zufrieden mit den Ankündigungen der Wirtschaft

                  Diese Gefahr sieht auch die Politik. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen etwa machte nach den Gesprächen mit den Vertretern der Unternehmen ihrem Unmut Luft. Sie hält die Ansagen der Unternehmen für nicht ausreichend. Aus den Darlegungen könne nicht entnommen werden, wie sich die Konzerne die konkrete Umsetzung der Pläne vorstellen. Die CDU-Politikerin forderte abermals, dass spätestens bis zum Jahr 2020 mindestens 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt werden müssten.

                  Währenddessen zeigt sich von der Leyens Parteikollegin und Frauenministerin Kristina Schröder vergleichsweise zufrieden mit den Ergebnissen der Gespräche mit dem Dax-30-Konzernen. Sie hält weiterhin daran fest, bis Ende 2011 ein Gesetz zu verabschieden, mit dem eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Anhebung des Frauenanteils in den deutschen Unternehmen geregelt und erreicht werden soll. Das Modell sähe in diesem Fall eine gesetzliche Pflicht vor, falls die Unternehmen die selbst erarbeiteten Vorstellungen nicht binnen zwei Jahren umsetzen können.

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