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Deutsche Bank muss Schadenersatz wegen Zinswetten zahlen
- 22.03.2011
Auch in den letzten Wochen mussten sich etliche Banken Vorwürfe von Seiten der Verbraucherschützer und nicht zuletzt ihrer eigenen Kunden gefallen lassen, weil manche Institute auch weiterhin mit nicht unbedingt seriösen Investitionen ihr Geld verdienen. Außer der eigentlich Kritik an ihrer Arbeitsweise mussten sich die meisten Unternehmen aber bislang meist aber nichts von den Vorwürfen annehmen. Immer öfter aber haben die Spekulationen der Institute auch wirtschaftliche Folgen. Zumindest in den Fällen, in denen es wie etwa bei der Deutschen Bank zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt.
Bei der größten deutschen Privatbank geht es im vorliegenden Fall, der seinen Weg bis vor den Bundesgerichtshof nahm, um die so genannten Zinswetten, die nicht nur hoch spekulativ sind, sondern derzeit zudem auch noch einen nicht unbedingt guten Ruf genießen. Die Berater der Deutschen Bank hatten etlichen Anlegern zu Investitionen in diesem Bereich geraten. An sich wäre dies für wagemutige Kunden nicht weiter schlimm gewesen. Doch die Kundenberater hatten vielfach nicht in ausreichender Form auf die Risiken dieser Geldanlagen hingewiesen.
Urteil mit großer Wirkung für zukünftige Prozesse
So sehen es wenigstens die Richter des Bundesgerichtshof, die nun entschieden, dass die Deutsche Bank insgesamt 541.000 Euro Schadenersatz an den betreffenden Kläger zu zahlen hat. Beim besagten Kläger handelt es sich um das Unternehmen Ille, dass bundesweit für seine Hygienetechnik bekannt ist. Der Konzern hatte bereits im Jahr 2005 auf Anraten der Deutschen Bank in einen so genannten „Spread Ladder Swap“ investiert, weil die Experten von einem erheblichen Gewinnpotenzial gesprochen hatten. Dieses besteht zwar durchaus, vor allem aber sind die Zinswetten extrem riskant.
Das mussten neben Ille auch viele andere mittelständische Unternehmen und zudem Kommunen am eigenen Leib erfahren, die ihrerseits auf den Tipp der Bank gehört und schmerzliche Verluste zu verdauen hatten. Die Anwälte des Unternehmens Ille sprechen im Zusammenhang mit dem Prozess von weiteren 200 Fällen, in denen es ebenfalls noch zu vergleichbaren Entwicklungen und Problemen gekommen war. Bei der guten halben Million Euro Schadenersatz wird es daher für die Deutsche Bank im Ernstfall nicht bleiben.
Deutsche Bank sieht Gefahr für weitere Finanzkrise
Schon jetzt steht fest, dass viele weitere Anleger, die in die riskanten Zinsswaps investiert hatten, ebenfalls den Gang vor Gericht in Betracht ziehen. Das höchstrichterliche Urteil zum Schadenersatz für das hessische Unternehmen Ille könnte für die Bank also recht teuer werden. Beim BGH sah hegte man Zweifel an der Aufrichtigkeit der Deutschen Bank bei der Beratung zu den Zinswetten.
Während Beobachter davon ausgehen, dass die Bank möglicherweise in den kommenden Monaten noch Millionensummen als Schadenersatz wird zahlen müssen, weisen die Anwälte der Deutschen Bank schon jetzt auf die Gefahr einer erneuten Finanzkrise als Resultat des folgenschweren Urteils gegen die Bank hin. Zudem habe man die Kunden durchaus angemessen auf Chancen und Risiken aufmerksam gemacht.
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