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Stresstest für Banken soll doch strenger ausfallen - Durchfallern sollen Konsequenzen drohen
- 18.03.2011
Vermeintlich schärfere Stresstests, neue Bankenabgaben und allgemein höhere Anforderungen an die Kreditinstitute in Europa - die Medien sind voll mit Berichten über die geplanten Veränderungen, mit denen die Aufsichtsbehörden und Regierungen dafür sorgen wollen, dass es in Zukunft nicht mehr zu derart heftigen Wirtschaftskrisen kommen kann. Und wenn doch, soll wenigstens nicht allein der Steuerzahler für die Zeche aufkommen müssen. Doch eine Frage blieb bisher weitgehend unbeantwortet. Und zwar die Frage danach, mit welchen Konsequenzen eigentlich die Banken zu rechnen haben werden, die dem kommenden Stresstest nicht gewachsen sind.
Zuletzt hieß es, die neue Belastungsprobe für die Bankenbranche, für deren Durchführung die neue europäische Bankenaufsicht EBA verantwortlich ist, könnte letzten Endes kaum komplexer und anspruchsvoller ausfallen als der erste Test im Sommer des vergangenen Jahres. Die Bankenaufseher wollen sich diesen Vorwurf scheinbar nicht gefallen lassen und kündigten nun an, dass die Wiederholung sehr wohl mit mehr Strenge bei den Anforderungen an die Banken verbunden sein wird.
Neuer Test soll wesentlich glaubwürdiger sein
Höhere Hürden, strengere Kontrollen und - dieser Punkt kam in der Berichterstattung schlicht zu kurz aus Sicht vieler Beobachter - vor allem tatsächliche Folgen für die Institute, die durchfallen oder den Test nur knapp bestehen, sollen die Ergebnisse zuverlässiger als seinen umstrittenen Vorgänger machen. Denn beim letzten Mal waren nur sieben von mehr als 90 Bankenhäusern in Europa an den Anforderungen gescheitert. Dies hatte zur Folge, dass viele Experten an Sinn und Zweck des Stresstests und seinen Rahmenbedingungen geäußert hatten.
Beim neuen Konzept sollen derartige Probleme von Anfang an vermieden werden, wenn sich die 13 deutschen Banken und die 75 Geldhäuser aus den anderen Ländern Europas dem Test stellen, um ihre Krisentauglichkeit auf die Probe stellen zu lassen. Aus Sicht des EBA-Chefs Andrea Enria ist der neue Test weitaus glaubwürdiger, da er in etlichen wesentlichen Punkten verschärft worden sei. Obwohl der Tests bereits begonnen hat, wurde bisher nur wenig über die erste Resultate bekannt.
Banken können zur Kapitalaufstockung gezwungen werden
Dies liegt unter anderem daran, dass erst noch die genauen Eigenkapital- und Kernkapital-Anforderungen festgelegt werden müssen. Hierbei gibt es insofern ein Problem, als dass der Terminus Kernkapital in den Heimatländern der getesteten Institute bisher unterschiedlich definiert wird. Fest steht jedoch, dass durchgefallene Banken eine klare Frist für die Beschaffung frischen Kapitals einhalten werden müssen. Im Ernstfall müssen die Heimatländer bei der Kapitalbeschaffung aushelfen.
Anders als bisher sollen die Banken zur Kapitalaufstockung auch gezwungen werden können durch die Aufsichtsbehörden auf nationaler Ebene. Erfolgen kann die Beschaffung etwa durch die Ausgabe von Wandelanleihen. Die Einnahmen aus solchen Verkäufen könnten später in Kernkapital umgewandelt werden. Bis Ende des Monats April haben die teilnehmenden Banken nun noch Zeit, um ihre Testergebnisse bei der EBA vorzulegen. Die abschließenden Ergebnisse der Auswertung will die Behörde erst Ende Juni vorlegen.
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