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Bankenausschuss will systemrelevante Banken strenger regulieren
- 14.03.2011
Die Erdbeben- und Hochwasserkatastrophe in Japan ist nicht allein der Grund, weshalb die Bank of Japan krisenbedingt weit mehr als 150 Milliarden Euro als zusätzliches Kapital in den heimischen Bankenmarkt pumpt. Doch während die Banken in Japan wohl noch mit ganz anderen Sorgen konfrontiert werden, erfahren die europäischen Institute nun endlich, welche Anforderungen der Baseler Bankenausschuss in Zukunft bei der Bewertung von Banken zugrunde legen will. Diese Kriterien sollen für die Festlegung genutzt werden, wie relevant die verschiedenen Banken für die Systeme sind.
Nach aktuellen Berichten aus dem Umfeld des Ausschusses wollen die europäischen Bankenaufseher mit insgesamt fünf Faktoren arbeiten, wenn es an die Einschätzung zur Systemrelevanz der Bankenhäuser geht. Damit scheint endlich eine Lösung in greifbare Nähe gerückt zu sein, nachdem bereits seit Monaten heftig über die zentralen Punkte gestritten und debattiert worden war. Insbesondere die Banken selbst hatten immer wieder Kritik an den wahrscheinlich bevorstehenden Reformen geäußert und darauf hingewiesen, dass zu hohe Auflagen unter anderem zu Schwierigkeiten auf dem Kreditmarkt führen könnten.
Fünf Kriterien wurden festgelegt
Nach Berichten in den bekannten deutschen Finanzmagazinen wird darüber berichtet, dass wie erwartet vor allem die individuelle Größe der Institute Ausschlag gebend sein soll. Darüber hinaus werden demnächst auch die Komplexität sowie die Ersetzbarkeit auf dem Bankenmarkt für die Evaluierung als Einheiten berücksichtigt. Von Bedeutung soll den Beobachtern zufolge auch die Frage sein, in welchem Umfang die Banken mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten. Hierbei spielt auch und gerade die globale Vernetzung eine wesentliche Rolle.
Die Meldungen in dieser Sache zum Beginn der neuen Woche gehen aber noch einen Schritt weiter. So soll der Baseler Bankenausschuss bereits ein internationales Ranking erstellt haben, in dem die Banken aus aller Welt auf Basis der genannten Eigenschaften zu finden sein sollen. Ausgerichtet sind die Kriterien darauf, welche Gefahr das jeweilige Bankenhaus für die weltweiten Finanzsystem darstellt. Bestätigen wollte der Ausschuss diese Prozedur bisher allerdings nicht.
Banken sollen Einstufung selbst beeinflussen können
Die Einstufung für die Institute weltweit als systemrelevantes Unternehmen ist durchaus von großer Bedeutung. Denn für Banken dieser Kategorie gelten zukünftig wahrscheinlich nochmals deutlich strengere Regeln als für Unternehmen, die für die Finanzsysteme nicht unbedingt relevant sind. Vor allem mit Blick auf die Eigenkapitalausstattung wird die Systemrelevanz für manche Bank möglicherweise zu massiven Veränderungen bei den Aufsichtsregeln führen. In diesem Punkt sieht das Konzept des Bankenausschusses wohl eine Staffelung der Kapitalzuschläge vor, die wiederum auf der individuellen Einstufung basieren sollen.
Die Banken sollen den Berichten zufolge aber durchaus Einfluss auf ihre Einstufung nehmen können. So sollen sie die Möglichkeit bekommen, durch die Gestaltung ihrer Geschäfte das eigene Unternehmen weniger systemrelevant werden zu lassen. Spätestens im kommenden Sommer wollen die Aufseher eine Liste veröffentlichen, auf der bis zu 30 Banken aufgeführt sein sollen, für die besagte strengere Richtlinien gelten sollen.
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