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Kreditausschuss wehrt sich gegen neue Ratingmaßstäbe von Standard & Poor's
- 09.03.2011
Als wären die ständigen neuen Meldungen zum Thema Stresstest für die europäischen Banken und zur Bankenabgabe, mit der die Institute auch in Deutschland stärker als früher an den Krisenkosten beteiligt werden sollen, nicht schon genug, so zieht nun auch die bekannte Ratingagentur Standard & Poor's den Unmut der deutschen Banken auf sich. Die Agentur hatte mitgeteilt, Änderungen an der bisherigen Rating-Methodik vornehmen zu wollen. Für die deutschen Institute Grund genug für lautes Wehklagen, denn sie fühlen sich deutlich im Hintertreffen vielen anderen Banken gegenüber.
Schon Anfang dieser Woche hatte der Zentrale Kreditausschuss eine Meldung veröffentlicht, in der der Branchenverband stellvertretend für seine Mitglieder die neuen Pläne der Wächter über die Bankenbonität kritisiert. Verglichen mit den Banken in anderen europäischen Ländern wie etwa Italien oder Frankreich sehen die Experten der Branche eine erhebliche Benachteiligung der deutschen Banken im europaweiten Wettbewerb. Nun gibt es immer neue Vorwürfe gegen die kommende S&P-Arbeitsweise.
Ländernote bereitet deutschen Banken Kopfzerbrechen
Der Kreditausschuss fürchtet, dass es in Folge der Methoden zur Bonitätseinschätzungen der Banken zu Rating-Herabstufungen kommen könnte, sollte die Agentur tatsächlich auf der Umstellung der Methoden beharren. Dies wiederum würde die Banken aus Deutschland vor allem insofern treffen, dass Kreditinstitute mit schlechteren Bonitätswerten höhere Kosten bei Finanzierungen zu erwarten haben würden.
Im Hause Standard & Poor's hält man die Korrekturen der bestehenden Maßstäbe für dringend nötig, um den neuen Bedingungen in der europäischen Bankenbranche in der erforderlichen Art und Weise Rechnung zu tragen. Mehr Transparenz und bessere Darstellungsmöglichkeiten hinsichtlich der Risiken bei den verschiedenen Unternehmen sollen erreicht werden.
Besonders in der Kritik steht die so genannte Ländernote, mit der die Ratingagentur bei den Berechnungen arbeiten wird. Das als „Bicra“ bekannte Element der Rating-Reformen soll zukünftig als Basis für die Ratings der einzelnen Institute zugrunde gelegt werden. Und genau hier liegt der Hase sprichwörtlich im Pfeffer. Denn die Note für Deutschland liegt der aktuellen Einschätzung der Agentur entsprechend nur bei „BBB+“, Italien, Spanien und Frankreich hingegen wurden mit der Note „A-“ bewertet.
Alte Aufsichtsstandards als Grundlage nicht haltbar
Wie es zu dieser Bewertung kommen konnte, begründet die Ratingagentur S&P damit, dass die Rahmenbedingungen der deutschen Bankenbranche in der momentanen Situation nur als mittelmäßig zu bezeichnen sind - ein klarer Schuss vor den Bug der deutschen Finanzaufsicht BaFin, die aus Sicht der Agentur in der Krisenzeit scheinbar nicht genug Einsatz im Kampf gegen die Krise gezeigt hat.
Für den Zentralen Kreditausschuss ist dies deshalb nicht nachvollziehbar, weil die Methoden damit in nicht ausreichender Form vor allem auf die Vergangenheit ausgerichtet seien, statt die letzten Veränderungen mit in die Planung einzubinden. Denn inzwischen habe die Aufsicht auch in Deutschland deutlich bessere Kompetenzen, um im Krisenfall einschreiten zu können.
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