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Beratung und Protokolle bei Versicherungen setzten sich 2010 langsam durch
- 28.02.2011
Derzeit wird in den deutschen Medien noch stärker als sonst über Themen aus dem Umfeld der Versicherungsbranche berichtet. Dies liegt daran, dass momentan ständig neue Umfragen und Studien veröffentlicht werden. Außerdem gibt es einige neue Urteile zur Thematik, weshalb es sich für Versicherte durchaus lohnt, sich nochmals genauer mit der Frage zu beschäftigen, ob sie sich überhaupt in ausreichender Form mit ihren Policen befasst haben. In puncto Beratung, das zeigt eine neue Erhebung, die für den Bundesverband der deutschen Verbraucherzentralen erstellt wurde, ergeben sich viele Kunden ohne Beratung in ihr Kundenschicksal.
Nur in elf Prozent der Fälle erfolgte der Abschluss der Verträge im Jahr 2010, nachdem sich die Neukunden vorab in ausführlicher Form vom Berater ein Versicherungsmodell empfehlen lassen hatten. Der Anteil der Kunden, die sich nicht nur beraten lassen, sondern auch auf den Rat der Experten hören, ist damit relativ gering. Befragt hatten die Meinungs- und Marktforscher von Infratest dimap für die Verbraucherzentralen 1.000 volljährige Bürger nach ihrer Vorgehensweise bei Versicherungspolicen.
Viele Kunden verzichten weiterhin auf ausführliche Beratung
Mittlerweile nutzen 52 Prozent der Befragten die existierenden Beratungsangebote. Zu bemängeln haben die Spezialisten aber dennoch einiges. Denn mit rund 36 Prozent liegt der Anteil der Verbraucher, die bei der Versicherungsauswahl gänzlich auf die Beratungsofferten verzichten, noch immer eindeutig zu hoch in Deutschland. Auch der Frage nach dem Abschluss selbst widmeten sich die Infratest dimap-Mitarbeiter Mitte Dezember in der Befragung.
Diesbezüglich wissen sie zu berichten, dass 64 Prozent alle neuen Versicherungsverträge im vergangenen Jahr bei Vertretern abgeschlossen wurden. Nur bei knapp 13 Prozent der Neuverträge wählten die Kunden Tarife von Direktversicherungen. In 14 Prozent aller Fälle entschieden sich die Kunden in spe für den Weg über eine Bank oder Sparkasse.
Bei zwei von drei Beratungen erhalten Kunden ihr Protokoll sofort
Ein Ärgernis für Verbraucherschützer: Nach wie vor erhalten erst 68 Prozent der Kunden unmittelbar nach einem Beratungsgespräch ein Protokoll des Beraters. Wie bei den Banken legen die Verbraucherzentralen auf diese Protokollierung der Ergebnisse und Entscheidungen größten Wert. Der Wunsch der Verbraucherschützer sieht vor, dass die Berater direkt und ohne Umschweife die besagten Dokumente an die Kunden aushändigen sollten.
Bei 17 Prozent der neuen Buchungen wurden die Protokolle erst mit den eigentlichen Unterlagen zugestellt. Laut Infratest dimap erhielten 2010 elf von 100 Befragten gar kein Beratungsprotokoll. Nach eigener Aussage der Umfrageteilnehmer wurde in einem Prozent aller Fälle nach einem entsprechenden Rat der Vermittler auf die Erstellung eines Protokolls verzichtet. Es zeigt sich: Noch immer lässt sich mancher Verbraucher die Chance entgehen, durch eine präzise Beratung die für sie perfekten Versicherungsangebote ausfindig zu machen.
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