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Verbraucherzentralen mahnen Banken verstärkt wegen hoher Dispo-Zinssätze ab
- 16.02.2011
Die Zinsen, die Verbrauchern in Deutschland von den Banken für die Beanspruchung des Dispositionskredites in Rechnung gestellt werden, sind und bleiben einer der großen Aufreger. Trotz der Ankündigungen, die günstigen Leitzins-Konditionen auch an die eigenen Kunden weiterreichen zu wollen, ist von der der Umsetzung dieses Versprechens bei der großen Mehrheit der Banken nichts zu sehen. So könnte man nach wie vor von fast flächendeckend zu hohen Dispo-Zinsen sprechen. Bisher beließen es die deutschen Verbraucherschützer in dieser Sache dabei, die Banken zu kritisieren.
An dieser Vorgehensweise wollen aber vor allem die Verbraucherzentralen im Lande nun nicht mehr festhalten, wie den neuen Ankündigungen des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen zu entnehmen ist. Der Berliner VZBV hatte in den zurückliegenden Monaten immer wieder Forderungen geäußert, dass die Bankenbranche endlich ein Einsehen haben müsse. Angesichts des derzeitigen Niveaus der EZB-Leitzinssätze sei es nicht plausibel erklärbar, weshalb die Banken derart hohe Zinssätze festlegen.
Zinssätze bis 15 Prozent auf dem Markt
Im Zusammenhang mit einer erneuten Überprüfung der Zinskonditionen durch die Experten der Stiftung Warentest hat sich der Verband nun aber dazu entschlossen, einen härteren Kurs einzuschlagen, wenn schon nicht aus dem Umfeld der Politik die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Bürger vor der Hochzins-Berechnung besser als bisher zu schützen. Der Test der Stiftung Warentest hatte bestätigt, dass die Überziehungszinsen bei den Banken im Durchschnitt noch immer bei rund elf Prozent liegen. Einige Unternehmen berechnen für den flexiblen Service sogar Zinssätze in Höhe von gut 15 Prozent.
Von einer Zinsfestlegung nach Gutsherren-Art spricht der VZBV-Chef Gerd Billen diesbezüglich und erklärt so, weshalb der Verbraucherzentralen-Bundesverband nun wegen der verbraucherunfreundlichen Dispo-Bedingungen juristisch gegen etliche Banken vorgehen will. Insgesamt ist derzeit von zehn Instituten die Rede, denen eine Abmahnung der Verbraucherzentralen ins Haus flattern wird. Doch nicht nur die Zinssätze selbst werden als Grund für die mögliche Abmahnungswelle ins Feld geführt.
Unverschämte Zinspolitik
Zusätzlich sehen die Verbraucherschützer Handlungsbedarf, weil bei vielen Banken neben der „unverschämten Zinsberechnung“ des weiteren auch ausgesprochen fragwürdige Klauseln in den Geschäftsbedingungen zu finden seien, mit denen sich die Banken das Recht für weitere Anpassungen der Zinssätze sichern. Dass es sich im Falle einer Beanspruchung dieses Rechts kaum um positive Veränderungen für den Kunden handelt, sehen die Kritiker der Banken als sicher an. Wichtig für die Bankkunden ist aus Sicht des Chefs des VZBV, Gerd Billen, dass sie genau erkennen und verstehen können, warum es in welchem Moment zu zinslichen Veränderungen kommt.
Dass die Kritik der Verbraucherschützer an den Banken weitestgehend abprallt, war kaum anders zu erwarten. Beim Zentralen Kreditausschuss ZKA beruft man sich auf Daten der Deutschen Bundesbank, denen zufolge der durchschnittliche Dispo-Zins im vergangenen November bei 9,9 Prozent und damit rund zwei Prozent unter dem Wert von 2008 lag.
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