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Auskunftei erwartet erneuten Anstieg bei Verbraucherinsolvenzen
- 10.02.2011
Auch wenn die Wirtschaftskrise neuen Studien zufolge in Deutschland überstanden zu sein scheint. Probleme gibt es auch hierzulande trotzdem. So äußern viele Analysten derzeit Sorgen dahingehend, dass die deutschen Verbraucher in den kommenden Monaten deutlich öfter in finanzielle Notlagen geraten könnten. Die bekannte Auskunftei Creditreform spricht hierbei für viele erwachsene Bürger von einem Anstieg der Gefahr, in eine Zahlungsunfähigkeit abzustürzen.
Bedenkt man, dass die deutsche Wirtschaft momentan immer wieder auf die zusätzlichen Arbeitsplätze hinweist, die durch den Aufschwung entstehen, scheint diese Creditreform-Einschätzung für Außenstehende vielleicht nur schwerlich nachvollziehbar. Doch die Experten der Wirtschaftsauskunftei wissen, auf welche Entwicklungen die Gefahren zurückzuführen sind. Insbesondere die steigende Zahl der Jobs im so genannten Niedriglohnsegment bringt schon seit einigen Jahren immer mehr Verbraucher in arge finanzielle Bedrängnis.
Deutlicher Anstieg bereits zum Jahresende 2010
Die Erwartungen machen durchaus Angst. Gut ein Zehntel aller Deutschen im Erwachsenenalter könnte von der Zahlungsunfähigkeit bedroht werden im Jahr 2011. Dafür sprechen auch die Zahlen der vergangenen Monate. Allein im November des zurückliegenden Jahres mussten gut 9.700 deutsche Verbraucher den Weg in die so genannte Privatinsolvenz auf sich nehmen, weil sie der Überschuldung nicht aus eigener Kraft einen Riegel vorschieben konnten.
Im Vergleich zum gleichen Monat des Jahres 2009 entspricht dies laut Auswertung des Statistischen Bundesamtes einem Zuwachs von rund neun Prozent. In der Zeit von Januar bis Ende November 2010 fielen über 100.000 Bürger in die Insolvenz. Minijobs und zu geringe Stundenlöhne sorgen dafür, dass viele Arbeitnehmer selbst bei einer Anstellung in Vollzeit zu wenig Geld im Portemonnaie haben, um davon alle laufenden Verbindlichkeiten bedienen zu können. Dies ist nach Aussagen von Creditreform schon jetzt bei zehn Prozent der Bürger der Fall.
Kritik von Gewerkschaften an Niedriglohn-Politik vieler Unternehmen
Dementsprechend ist es in vielen Fällen nur eine Frage der Zeit, bis den Haushalten die Schulden sprichwörtlich über den Kopf wachsen und die endgültige Finanzmisere droht. Aus Sicht von Arbeitnehmervertretern ist dies ohne Frage die Bestätigung für die Einschätzung, dass flächendeckende höhere Mindestlöhne in ausnahmslos allen Bereichen des deutschen Arbeitsmarktes erforderlich sind.
Aus dem Umfeld von Gewerkschaften heißt es einmal mehr, dass eine Vollzeitbeschäftigung den Bürgern auch genug Geld einbringen müsse, um sorgenfrei und ohne staatliche Hilfe über die Runden kommen zu können. Auch für die Unternehmen würde dies eine wichtige Rolle spielen, so die Kritiker der derzeitigen Gehaltspolitik in vielen Branchen. Denn unzufriedene Mitarbeiter mit enormen finanziellen Sorgen werden früher oder später auch weniger Leistung bringen.
2011 soll weniger Firmeninsolvenzen bringen
Dafür rechnet der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands wenigstens im Bereich der Firmenpleiten mit einem fortgesetzten Rückgang, wie es sich bereits zum Jahresende ankündigte. Hier waren die Insolvenzen laut VID von Januar bis November 2010 um rund zwei Prozent gesunken.
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elmar