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EZB hält an den derzeitigen Zinskonditionen fest
- 04.02.2011
Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen Analysten und Anleger die Entwicklungen bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Mit jeder neuen Sitzung des EZB-Rats erwarten Beobachter eine Veränderung der derzeitigen Zinsbedingungen. Für Sparer und Kreditnehmer wären zinsliche Korrekturen ein möglicherweise gravierender Einschnitt. Während eine Anpassung der momentanen Konditionen für Anleger endlich zu einer Verbesserung der Rendite-Aussichten führen könnte, wären Kreditkunden in spe wahrscheinlich von höheren Kreditkosten betroffen. Erst einmal bleibt nun jedoch alles beim Alten.
Am heutigen Morgen trafen sich die Vertreter der EZB abermals, um über eine mögliche Änderung der Marschrichtung nachzudenken. Im Rahmen der Sitzung entschied man sich aber nochmals dazu, am derzeitigen Status Quo festzuhalten. Damit wird der so genannte Hauptrefinanzierungssatz für die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone weiterhin bei 1,00 Prozent bleiben. Auch hält die EZB zumindest bis zu ihrer nächsten Ratssitzung nach wie vor an den Maßnahmen zur Stabilisierung des europäischen Kreditmarktes fest.
Trotz steigender Preisrisiken - Trichet sieht keinen Grund für Korrekturen
Jean-Claude Trichet hätte im Rahmen der Pressekonferenz im Prinzip seine Präsentationsunterlagen nutzen können, die er bereits nach der letzten Sitzung für seine Stellungnahme verwendet hat. Denn gravierende Unterschiede waren seinen Äußerungen nicht zu entnehmen. Wie im Monat zuvor nennt der Präsident der europäischen Notenbank unter anderem die steigenden Teuerungsraten als einen wesentlichen Grund für das Festhalten an den geltenden Zinsbedingungen in der Euro-Zone. Steigende Rohstoffpreise und die allgemein höheren Lebenshaltungskosten hätten zur Einsicht geführt, dass es noch nicht an der Zeit für Änderungen sei.
Von einem allzu starken wirtschaftlichen Druck durch die Inflation will man aber nicht sprechen. Eher sieht man ausgeglichene Bedingungen. Die Preisrisiken in unterschiedlichen Bereichen gleichen sich nach Einschätzungen Trichets aktuell weitgehend aus. Auch hier gibt es keinen Unterschied zur letzten Stellungnahme des EZB-Präsidenten von Mitte Januar. Eher sieht man sich gut gerüstet für die kommenden Monate. So hat sich die EZB bereits darauf eingestellt, dass die Inflationsraten in der Währungsgemeinschaft bis zum Ende des neuen Jahres auf mehr als zwei Prozent steigen könnten.
EZB bleibt vorsichtig, sieht aber keine Risiken für bestehende Inflationsziele
Eine ernstzunehmende Gefahr für das eigene Inflationsziel stellen die Prognosen dabei nicht dar. Zumindest in diesem Punkt könnten die Äußerungen Trichets vom heutigen Morgen für etwas Verwunderung bei den Experten sorgen. Mancher Analyst hatte erwartet, dass die EZB diesbezüglich größere Sorgen zum Ausdruck bringen würde. Dass der Preisdruck in den Euro-Ländern gestiegen ist, bestätigt aber auch der EZB-Präsident in seiner Ansprache vor der internationalen Presse.
Erste Prognosen gehen nun davon aus, dass sich Kreditnehmer in spe für das Jahr 2011 mit ihren Produktentscheidungen reichlich Zeit lassen können. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank in diesem Jahr Zinsanhebungen vornehmen wird, scheint erst einmal überschaubar hoch sein.
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