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Freie Finanzberatung birgt vielfach Risiken für Anleger
- 03.02.2011
Viele Verbraucher setzen bei der Suche nach der richtigen Geldanlage auf die Angebote freier Berater. In Befragungen zeigt sich immer wieder, dass die Anleger oftmals der festen Überzeugung sind, hier besonders objektiv beraten zu werden. Wer bei der Auswahl des Finanzberaters Glück hat, mag dieser Vorstellung auch recht nahe zu kommen. Vielfach steht es um die vermeintliche Unabhängigkeit der Berater aber weit weniger gut, als sich dies der beratene Kunde gerne wünschen würde.
Zu den Problemen bei der Beratung äußerte sich nun im Gespräch mit dem Online-Ableger der ARD Gabriele Schmitz, die als Expertin für die Hamburger Verbraucherzentrale tätig ist. Schmitz betont vor allem, dass Bürger sich klar machen sollten, auf welche Weise die Berater selbst ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die freiberuflich tätigen Finanzberater sind - in noch stärkerem Maße als die Mitarbeiter von Banken - auf die Provisionen für die Vermittlung von Produkten angewiesen. Ihr klares Ziel ist es also, möglichst hohe Provisionen zu erzielen, denn vielfach sind dies die einzigen Einnahmen.
Große Versprechen beim telefonischen Erstkontakt
Die Verbraucherzentralen-Spezialistin empfiehlt Anlegern in spe auch indirekt ein rasches Gesprächsende, wenn sie von Beratern unaufgefordert angerufen werden und gleich zu Beginn des Gesprächs die üblichen Lock-Offerten unterbreitet werden. Häufig versuchen die freien Berater Kunden durch Versprechungen hoher Steuerersparnisse zu einem ausführlichen Beratungsgespräch zu verleiten.
Die Geldanlageberaterin der Verbraucherzentrale Hamburg äußert, dass die Beratungsgespräche nicht selten dazu führen, dass sich die Kunden im direkten Kontakt mit dem Experten doch zu manch unüberlegtem Schritt hinreißen lassen. Dies muss nicht zwingend daran liegen, dass die Kunden sich allzu leicht zu Investitionen überreden lassen. Eher spricht dies für die Verkaufsqualitäten der Berater. Dass sich viele Verbraucher von den Beratern mitunter zu falschen Entscheidungen hinreißen lassen, hat aber oft noch einen anderen Grund.
Vermittlung der Berater erfolgt in vielen Fällen über den Freundes- und Bekanntenkreis
Die Vermittlung des Kontakts zu den Beratern erfolgt in vielen Fällen über Freunde und Bekannte, die ihrerseits bereits Erfahrungen sammeln konnten. Zufriedene Bestandskunden sind für Finanzberater häufig so etwas wie der ideale Türöffner. Verbraucher sollten sich bewusst machen, dass die Experten weit weniger unabhängig sind, als man sich dies als Kunde wohl wünschen würde. Gerade mit riskanteren Produkten können die Berater in der Regel die höchsten Provisionen erzielen.
Als sinnvollste Beratungsvariante rät die Verbraucherzentrale Hamburg den Sparern und Anlegern die so genannte Honorarberatung. In diesem Fall werden die Berater direkt für die Beratungsarbeit bezahlt, statt dass sie ihre Umsätze rein durch die Vermittlung von Produkten erzielen. Die Informationen der Verbraucherschützerin sollen keineswegs bedeuten, dass alle freien Finanzberater einzig und allein die eigenen Erträge im Sinn haben. Vielmehr sollten Verbraucher die Hinweise dazu nutzen zu erkennen, dass auch ihr Berater auf den Erfolg der Beratung angewiesen ist.
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