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Experten sehen keinen Grund für weitere GKV-Zusatzbeiträge
- 26.01.2011
Kaum ein Thema bewegt die deutschen Verbraucher derzeit so wie die Sorge um einen weiteren Aufwärtstrend bei den Beiträgen für die Krankenkasse. Erst kürzlich waren erneut Anhebungen der Beitragsleistungen beschlossen worden. Betroffen sein werden Expertenaussagen zufolge in Zukunft vor allem die Privatversicherten in Deutschland. Doch auf für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sieht es zumindest mittelfristig nach weiteren Kostenanstiegen aus. Dabei weisen neue Zahlen darauf hin, dass es den gesetzlichen Kassen inzwischen besser geht, als es in den letzten Monaten erwartet worden war.
Noch vor wenigen Monaten war den Vorhersagen zu entnehmen gewesen, dass die wirtschaftliche Erholung der gesetzlichen Krankenkassen noch eine ganze Weile auf sich warten lassen könnte. Laut neuesten Schätzungen jedoch sieht die Situation weniger schlecht aus als lange vermutet. Die Stellungnahmen beziehen sich auf die Abschluss-Ergebnisse für das zurückliegende Jahr 2010. So sollen die Ergebnisse zum Teil erheblich besser ausfallen als bislang prognostiziert.
Gesundheitsfonds und Pharma-Sparbeitrag erfolgversprechend
Verantwortlich für diese nicht unbedingt erwarteten Veränderungen bei den Gewinnen im Bereich der GKV ist den Aussagen der Experten nach vor allem die Tatsache, dass die umgesetzte Gesundheitsreform schneller als gedacht die positiven Signale für die Krankenkassen setzen konnte. Die gleichzeitige Anhebung der Beiträge für die deutschen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleich zu Beginn des neuen Jahres soll zudem eine rasche Entlastung mit sich bringen.
Ein weiterer Grund für die Entwicklungen ist in dem neuen Sparbeitrag zu sehen, der der deutschen Pharmaindustrie vom Gesetzgeber auferlegt wurde. Gleichermaßen erfreulich wirken sich die so genannten Zuwachsraten für die Ärzte und Apotheken im Lande auf die neuen Prognosen zur Lage der gesetzlichen Krankenkassen aus. Sollten sich die Erwartungen bestätigen, könnte das insgesamt rund zehn Milliarden Euro umfassende Loch in den Versicherungskassen durch die Maßnahmen geschlossen werden können.
Erwartete Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen geringer als Ausgabe-Prognosen
Was dies im bestmöglichen Fall für die gesetzlich Versicherten bedeuten könnte, ist klar. Die Mitglieder der GKV könnten mit etwas Glück von zusätzlichen Zusatzbeiträgen verschont bleiben. Zumindest erst einmal. Bisher sprechen Schätzer von Mehreinnahmen in Höhe von rund 300 Milliarden Euro für die gesetzlichen Krankenversicherungen für das vergangene Jahr aus. Zum so genannten Schätzerkreis gehören neben Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesversicherungsamtes auch Vertreter des Spitzenverbandes der GKV.
Für das neue Jahr gehen die Analysten derzeit von Einnahmen in Höhe von über 181,5 Milliarden Euro durch den noch jungen Gesundheitsfonds aus. Bis auf einen geringen Anteil von nur etwa 2,5 Milliarden Euro gehen die Einnahmen in voller Höhe direkt an die Krankenkassen. Die vermutlichen Ausgaben der GKV für 2011 werden aller Wahrscheinlichkeit nach unterhalb dieser Marke von 179 Milliarden Euro liegen - wenn vielleicht auch nur knapp. Sollten die Kosten aufgrund weiterer gesetzlicher Vorhaben höher ausfallen, können diese über die Liquiditätsreserven getragen werden.
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