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US-Hausbesitzer stellen zunehmend Kreditzahlungen ein
- 25.01.2011
Seit einigen Monaten sah es in den USA eigentlich danach aus, als würde man auch dort die Krise endlich hinter sich lassen können. Auch wenn es mit dem wirtschaftlichen Wachstum weit weniger schneller voran ging als erwünscht, war durchaus in vielen Bereichen ein Vorankommen zu beobachten. Im Immobiliensektor indes präsentiert sich die Lage inzwischen sogar wieder schlimmer. Immer mehr Hausbesitzer stellen die Zahlungen ihrer Immobilienraten ein und fristen stattdessen vorübergehend lieber ein Dasein als eine Art Mietnomaden.
Für die Banken ist dieser neue Trend mehr als bedenklich, aus Sicht der Kreditnehmer hingegen ist das Umdenken in gewisser Weise sogar nachvollziehbar. Denn viele Immobilien haben binnen weniger Jahre dramatisch an Wert verloren. Wertverluste in einer Größenordnung von 50 Prozent und mehr waren in manchen Regionen eher die Regel denn die Ausnahme. Die Entscheidung lag für viele der Kreditkunden der US-Banken nur allzu nahe, die eigenen Zahlungen einzustellen.
Schlechtes Gewissen oftmals nicht zu beobachten
Aktuellen Berichten zufolge steigt die Zahl der Verbraucher stetig, die keinen Sinn mehr darin sehen, ihre Schulden aus einem Immobilienkredit weiter abzubauen, wenn das Haus, in dem sie leben, stetig an Wert einbüßt. Ein schlechtes Gewissen haben viele Kreditkunden dabei nicht. In Interviews spricht mancher Befragte dabei sogar eher von einer rein wirtschaftlichen Entscheidung. Denn bezahlen könnte die Mehrheit der Kunden die Darlehen durchaus auch weiterhin.
Infolge der Wirtschafts- und Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten hat sich also vieles im Bewusstsein der Bürger verändert. Ein schlechtes Gewissen sucht man bei vielen der Nicht-Zahler vergeblich. Vielmehr gibt es inzwischen zunehmend mehr so genannte freiwillige Selbsträumungen, bei denen die säumigen Kreditkunden bewusst die Zahlungen verweigern und in Kauf nehmen, als ihren Immobilien ausziehen zu müssen. Von rund 1,5 Millionen Zwangsräumungen sprechen Experten allein für das Jahr 2010.
Zu lange Fristen bis zur Räumung im Auftrag der Hausbanken
Darunter zusammengefasst sind sowohl diejenigen, die Kredite nicht mehr abzahlen können oder eben die bewusste Entscheidung gegen die Fortsetzung der Zahlungen getroffen haben. Momentan gehen Analysten davon aus, dass derzeit etwa 18 Prozent der Kunden mit einem Immobiliendarlehen irgendwann zu dem Entschluss kommen, ihre Immobilie einfach zu verlassen. Inzwischen tragen diejenigen, die ihre Bank und ihre Immobilien „im Stich lassen“ den treffenden Namen „Walk-aways“.
Auch die Banken selbst tragen in gewisser Weise eine Mitschuld daran, dass dieser neue Trend überhaupt in seiner momentanen Form aufkommen konnte. Zu groß sind die zeitlichen Abstände zwischen dem Aussetzen der Kreditzahlungen und der endgültigen Zwangsräumung der Häuser oder Wohnungen. In einigen Gegenden dauert es länger als 560 Tage. Auch kommt es in den USA oftmals nicht einmal zu Pfändungen, so dass der größtmögliche Schaden für die Verbraucher in vielen Fällen der Verlust der Immobilie und ein Bonitätsschaden ist.
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