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Juncker kündigt Verbesserungen des Stresstests für die Bankenbranche an
- 21.01.2011
Die Banken sind die nicht einzigen, die Angst vor den angekündigten neuen Tests haben, mit denen die Europäische Union und die Vertreter der Eurogruppe die Verfassung der Institute auf die Probe stellen wollen. Auch viele Kunden der Banken machen sich schon jetzt Gedanken, in welcher Weise sich die Konditionen bei den verschiedenen Produkten möglicherweise verändern könnten, sollte sich im erneuten Stresstest zeigen, dass die Banken schlecht aufgestellt sind, so dass abermals höheres Eigenkapital erforderlich ist. Jean-Claude Juncker, der Vorsitzende der Eurogruppe, gibt jedoch bezüglich des Tests bedingt Entwarnung.
Die wiederholte Durchführung der Stresstests ist für das erste Halbjahr dieses Jahres geplant. Die Ergebnisse sollen im Laufe des Sommers bekannt gegeben werden. Doch der luxemburgische Regierungschef Juncker kündigte nun an, dass sich die Parallelen zum früheren Test in einem überschaubaren Rahmen halten könnten. Dies jedenfalls ließ er im Rahmen einer Rede durchblicken, die er vor einem Unternehmerverband in Luxemburg gehalten hat. Wie genau die kommenden Stresstests genau aussehen sollen, dazu könne derzeit noch nichts Genaueres mitgeteilt werden.
Zweifel am Testmodell bleiben bestehen
Noch steht eine Einigung dazu aus, wie genau die Überprüfung im Einzelnen gestaltet werden kann. Allzu lange wird es aber höchstwahrscheinlich nicht mehr dauern, bevor die Banken darüber informiert werden, mit welchen Anforderungen sie konfrontiert werden. Juncker gab an, man wolle möglichst zügig zu einer Entscheidung kommen. Dieses Vorhaben kann wohl nicht zuletzt damit begründet werden, dass die Banken erfahren wollen, was auf sie zukommen wird, um sich entsprechend vorbereiten zu können.
Ein Knackpunkt scheint nach wie vor die Frage zu sein, ob die so genannten Liquiditätspositionen der Geldhäuser in den Test eingebunden werden sollen. Allerdings spricht Juncker diesbezüglich ebenfalls von einer vorherrschenden einhelligen Meinung zwischen der Brüsseler EU-Kommission und den anderen in die Planung der Stresstests involvierten Parteien. Problematischer könnte einmal die Aussagekraft der Analyse sein. Denn schon bei der erstmaligen Durchführung im Juli des vergangenen Jahres waren viele Beobachter skeptisch.
Erster Test als Fundament des neuen Durchlaufs
Getestet hatte die EU insgesamt 91 Banken. Davon waren nur sieben Institute an dem Test gescheitert, die Mehrheit der Banken stammte aus dem krisenerschütterten Euro-Land Spanien. Für manchen Experten war dieses Resultat Grund genug, um an Sinn und Zweck des Tests zu zweifeln. Dennoch will man mit dem neuen Ansatz jetzt alles richtig machen, weshalb in vielen Bereichen Verbesserungen der Regularien vorgenommen werden sollen.
Ausgearbeitet werden die neuen Bedingungen maßgeblich durch die Mitarbeit der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA. Diese war erst kürzlich neu ins Leben gerufen worden, um den veränderten Anforderungen an die Bankenbranche besser Rechnung tragen zu können. Grundsätzlich werden die Tests auf den bestehenden Konzepten beruhen, heißt es in aktuellen Stellungnahmen der verantwortlichen Instanzen. Es handelt sich also eher um ein Feintuning.
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