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Deutsche Bundesbank rät Anlegern zu passiven Fonds-Modellen
- 20.01.2011
Guter Rat ist teuer, wenn Bankkunden nach einem guten Ratgeber suchen, auf dessen Tipps man sich bei der Anlageentscheidung verlassen kann. Denn die Gefahr ist groß, dass Banken den Kunden in erster Linie Produkte empfehlen, mit denen sie selbst die höchsten Umsätze und Gewinne erzielen können. Wenn Anlagetipps hingegen von der höchsten Instanz des deutschen Bankenwesens, der Deutschen Bundesbank stammen, sind diese Sorgen der Anleger eher unbegründet. Und tatsächlich mischt sich auch die Bundesbank aktuell in die Debatte um rentable Geldanlagen ein.
Dass die Bank den privaten Anlegern Tipps für das Sparverhalten gibt, ist eher eine Ausnahme, die es so in der Vergangenheit bisher eher selten gab. Den Vorwurf, die Bank stehe auf Seiten der Finanzdienstleister, kann in diesem Fall beim besten Willen nicht geäußert werden. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Bundesbank Anlegern unter anderem zur Auswahl von so genannten börsengehandelte Fonds statt der Modelle mit aktivem Management rät. Sollten die Verbraucher diesen Rat beherzigen, würde dies für die Anbieter mit Umsatzeinbußen verbunden sein.
Bundesbank tritt erstmalig als Ratgeber für Sparer in Erscheinung
Denn an den besagten aktiv gemanagten Fonds verdienen die Dienstleister dank der teils erheblichen Gebühren und Provisionen das meiste Geld. Der neue Monatsbericht der Bundesbank geht dabei sogar so weit zu sagen, dass die Vermögensverwaltung mit aktiver Betreuung durch Berater im Grunde keine Rendite in Aussicht stellt, weil die Gebühren und andere Nebenkosten oftmals dazu führen, dass Anleger am Ende vielleicht sogar Verluste erleiden, obwohl die Entwicklungen der Anlageprodukte eigentlich positiv ausfielen.
Es ist das erste Mal, dass die deutsche Zentralbank in so deutlicher Weise Aussagen trifft, die Anlegern bei der Entscheidung für oder gegen Fonds-Produkte helfen sollen. Nach expliziten Verweisen auf bestimmte Produkte oder Kategorien von Aktien und anderen Anlageklassen suchen Verbraucher aber letztlich dennoch vergeblich. Peter Trautmann, seines Zeichens Sprecher der Bundesbank, weist hierbei auf die Neutralität der Bank hin. Es gehe nicht darum, Empfehlungen und Werbebotschaften zum Ausdruck zu bringen.
Aussagen der Zentralbank stoßen bei Anlegern auf Gehör
Vielmehr wollte man den Verbrauchern eine objektive Hilfestellung bieten. Dass es sich bei der Stellungnahme keineswegs um eine sonderlich innovative Auswertung des Status quo handelt, weil bereits viele andere Analysen zu vergleichbaren Ergebnissen gekommen waren, ist eher nebensächlich. Denn während Anleger viele andere Studien zum Thema unbeachtet lassen, wird das Urteil der Bundesbank in den Augen vieler Sparer doch einen deutlich stärkeren bleibenden Eindruck hinterlassen.
Mancher Experte stellt sich nun aber die Frage, warum sich die Bundesbank ausgerechnet in der jetzigen Situation zu einer Aussage zur Marktlage bezüglich der Gebührenpraxis der Anbieter hinreißen lässt. Führen könnten die Tipps der Zentralbank dazu, dass beispielsweise die Nachfrage nach den so genannten Exchange Traded Funds weiterhin steigen wird.
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