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Bundesbank-Chef gibt Inflations-Entwarnung
- 19.01.2011
Das Leben in Deutschland ist teuer geworden, daran besteht wohl kaum noch ein Zweifel. Steigende Strompreise, höhere Kosten für zahlreiche Lebensmittel und etliche andere Faktoren stellen eine immer stärkere Belastung für die Haushaltskasse dar. Für manchen Experten ist die aktuelle Lage jedoch noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. So fürchtet etwa Anton Börner, der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, dass die Inflationsrate in Deutschland langfristig sogar ein zweistelliges Niveau erreichen könnte. Bundesbank-Chef Weber hält jedoch dagegen.
In welcher Weise sich die Lage innerhalb des Euroraums in den kommenden Jahren verändern wird, kann niemand in zuverlässiger Weise vorhersagen. Axel Weber versucht in seiner Aufgabe als Chef der Deutschen Bundesbank dennoch wenigstens etwas Ruhe in die angespannte Debatte zu bringen. Aus seiner Sicht gibt es keinen logischen Grund davon auszugehen, dass der jüngste Aufwärtstrend bei den Preisen eine tatsächliche Gefahr für die Preise in Europa darstellt.
Einzelne Faktoren haben Inflationsrate steigen lassen
Zum Ende des vergangenen Jahres war die Inflationsrate auf einen Wert von 2,2 Prozent gestiegen. Grund genug für viele Analysten, Horrorszenarien auszumalen, die darauf hindeuten, dass den Euro-Ländern möglicherweise schon bald Preisanstiege in noch gänzlich anderer Größenordnung bevorstehen könnten. Für den Bundesbank-Chef steht fest, dass der Auslöser für den Inflationsanstieg mit einigen wenigen Veränderungen erklärt werden kann. Dazu gehört eben auch der Anstieg der Strompreise im Land, wenn von Deutschland die Rede ist. Ein Rückschluss auf generelle Veränderungen sei mit dieser Entwicklung aber nicht zu begründen.
Für Deutschland und den Euroraum gleichermaßen verspricht Weber den besorgten Verbrauchern stabile Verhältnisse. Und zwar nicht nur in der momentanen Phase. Die Preisstabilität sieht Weber auch mittelfristig sichergestellt. Dennoch bestehe das Risiko einer steigenden Inflationsrate. Mit diesen Problemen werde man aber fertig. Dies sieht auch die Europäische Zentralbank gewährleistet. Dort geht man derzeit davon aus, dass die Rate dauerhaft um den derzeitigen Wert von rund zwei Prozent verbleiben wird.
Deutschland wirtschaftlich nach wie vor gut aufgestellt
Für wichtig hält der Bundesbank-Chef in diesem Zusammenhang vor allem die zügige Konsolidierung der belasteten öffentlichen Haushalte. Darüber hinaus hält Weber auch Korrekturen am Konzept der Währungsunion für sinnvoll, um eine Abwertung des Euro und einen Anstieg der Inflation zu verhindern. Dazu gehört auch die Ausarbeitung eines Mechanismus zur Lösung künftiger Krisen innerhalb der Euro-Zone. Die Lage Deutschlands jedenfalls schätzt der Chef der Bundesbank in konjunktureller Hinsicht optimistisch ein.
Der nachweisliche Aufschwung wird also weiterhin bestehen, lediglich die Wachstumsgeschwindigkeit könnte bedingt abflauen. So werden vor allem die Ausfuhren im Jahr 2011 letztlich geringer ausfallen als im Vorjahr. Wichtig für diese weiterhin positive Entwicklung ist unter anderem die Konsumlaune der Verbraucher. Diese wiederum hängt einerseits maßgeblich von der Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie den Verbraucherpreisen ab. Damit schließt sich an dieser Stelle sozusagen der Kreis.
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