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Finanztest : nicht jede Zusatzversicherung lohnt sich wirklich
- 11.01.2011
Das Spektrum der Versicherungsleistungen ist in Deutschland über die Jahre hinweg sowohl bei der gesetzlichen wie auch der privaten Krankenversicherung stetig gesunken. Immer öfter müssen Versicherte selbst für Behandlungskosten aufkommen oder zumindest einen hohen Eigenanteil übernehmen. Wer sich als Verbraucher ausführlich von Experten beraten lässt, wird meist auf die Möglichkeit hingewiesen, dass zahlreiche zusätzliche Zusatzversicherungen abschlossen werden können. Die Stiftung Warentest jedoch weist aktuell darauf hin, dass nicht jede Police wirklich für jeden Verbraucher sinnvoll ist.
Dass die Leistungen von den Versicherern nur allzu gerne als sinnvoller Schutz zur Basis-Versicherung empfohlen werden, ist nachvollziehbar. Gerade bei den Privatversicherungen machen diese Extras inzwischen einen großen Anteil des Gesamtumsatzes aus, wie das Magazin Finanztest zu berichten weiß. Im Jahr 2009 waren die Zusatzversicherungen bereits für etwa 20 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Insgesamt entspricht dies Einnahmen in Höhe von fast sechs Milliarden Euro. Und die Nachfrage steigt aufgrund der steigenden Zuzahlungen auch weiterhin deutlich an.
Kunden oft schlecht informiert über Versicherungsleistungen
Ein Problem besteht aus Sicht der Experten von Stiftung Warentest darin, dass mancher Bürger in seiner Rolle als Patient gar nicht genau darüber informiert ist, welche Leistungen im bei gesetzlicher Absicherung von Rechts wegen überhaupt zustehen. Doch nur dann lässt sich wirklich und ohne unnötige Extrakosten objektiv kalkulieren, welche Ergänzungsleistungen gebucht werden sollten. Dass die Versicherungsverträge im Einzelfall zudem nur schwerverständlich sind für die Laien, trägt nicht gerade dazu bei, dass den Versicherten die gewünschte Transparenz zuteil wird.
Nach Auffassung des Magazins Finanztest zahlen viele Kunden für ihre Krankenversicherung schlicht zu viel, obwohl das Leistungspaket teils deutliche Schwächen aufweist. Die Zusatzversicherungen können sich lohnen. Allerdings müssen sich die Versicherungsnehmer sehr genau klar machen, welche Bedingungen mit dem Vertragsabschluss verbunden sind. Dazu gehört unter anderem die Frist, wann die Versicherung erstmalig Kosten übernimmt. Meist greift der Versicherungsschutz erst nach drei Monaten.
Versicherungsschutz setzt erst zeitlich verzögert ein
Bei einigen Policen, etwa bei Policen für Zahnersatz, können diese Fristen sogar bei bis zu acht Monaten liegen, so das Ergebnis der Auswertung von Stiftung Warentest. Ohnehin stufen die Experten nur wenige Policen aus dem Bereich der Zahnzusatzversicherungen als wirklichen Schutz für Kassenpatienten ein. Getestet wurden in dieser Sparte insgesamt 110 Modelle. Von diesen erhielten nur 16 am Ende des Tests die Note „sehr gut“. Bedenkt man, wie hoch die zusätzlichen Kosten in vielen Fällen sind, ist dies durchaus bedenklich.
Lohnen können sich die Zusatzversicherungen hingegen für Patienten, die den gesetzlichen Versicherungsschutz in Anspruch nehmen und auf die Behandlung durch Heilpraktiker vertrauen. Sie können durch die zusätzlichen Policen viel Geld sparen, denn normalerweise müssen sie allein für die Kosten aufkommen, weil die gesetzliche Krankenversicherung keine Kosten übernimmt. Für überflüssig halten die Experten Policen wie die so genannte Krankenhaustagegeld-Versicherung.
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