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Betriebsrat der WestLB warnt vor Landesbank-Split
- 05.01.2011
Seit Monaten schon debattieren Bankexperten darüber, mit welchem Schritt die Chancen auf eine baldige Rettung der WestLB am ehesten erreichbar ist. Die Düsseldorfer Bank ist nur eine der Landesbanken, die krisenbedingt in eine bedrohliche Schieflage geraten war. Doch in diesem Fall präsentiert sich die Lage nach wie vor besonders kritisch. Zuletzt war darüber diskutiert worden, ob eine Zerschlagung der WestLB möglicherweise der richtige Weg sein könnte. Von solchen Plänen will der Betriebsrat jedoch nichts wissen und warnt vor unüberlegten Maßnahmen.
Übermäßig viel Zeit können sich die Experten allerdings nicht mehr lassen. Noch in dieser Woche sollen richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden. Zu diesem Zweck stehen bis zum Wochenende langwierige Verhandlungen auf der Tagesordnung. Gemeinsam mit Vertretern der Landes- und Bundespolitik setzen sich die Eigentümer der Landesbank an den runden Tisch, um das Unternehmen endlich wieder auf Spur zu bringen und für die Zukunft fit zu machen. Man will nichts dem Zufall überlassen, denn die Zeit wird allmählich knapp.
Komplett-Verkauf der WestLB wird immer unwahrscheinlicher
Spätestens am 15.02.2011 will die Kommission der Europäischen Union Antworten erhalten, wie man sich in Düsseldorf den Wechsel der Eigentümer vorstellt. Die Forderungen der EU sind konsequent formuliert: Ende 2011 muss die Restrukturierung der Bank über die Bühne gegangen sein. Geschieht dies nicht, will die EU selbst eingreifen. Nun sollen in der kommenden Woche endlich verlässliche Pläne vorgestellt werden, wie aus Meldungen der WestLB hervorgeht.
Die Warnhinweise des Betriebsrates sind nachvollziehbar. Immerhin geht es um die Jobs von rund 5.000 Mitarbeitern. Im Falle einer Zerschlagung fürchten die Arbeitnehmervertreter den Wegfall vieler Arbeitsplätze. Insider gehen aktuell aber nicht davon aus, dass es doch noch zu einer Fusion mit einer anderen Landesbank kommen kann. Erst im November des vergangenen Jahres waren die Überlegungen zu einer Zusammenlegung mit der BayernLB gescheitert. Zuletzt hatte sogar die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Kraft ein Scheitern prognostiziert.
Problematische Aussagen zum Verkauf im Koalitionsvertrag
Für denkbar halten viele Beobachter nun eine Fusion mit einem anderen Unternehmen, bei dem nur einige Teilbereiche der WestLB in das Konzern-Geflecht eingebracht werden könnten. Interessenten gibt es durchaus. Neben der Helaba, der hessisch-thüringischen Landesbank, und der Fondsgesellschaft Dekabank ist weiterhin auch ein Teilverkauf nach China möglich. Das Problem in diesem Zusammenhang besteht darin, dass der Koalitionsvertrag der NRW-Regierung keinen allzu großen Verhandlungsspielraum zulässt.
Darin heißt es unter anderem, dass eine Konzern-Zerschlagung inakzeptabel ist. Die interessierte chinesische Staatsbank könnte deshalb der richtige Partner sein, denn dort hatte man phasenweise Interesse an allen Sparten der WestLB geäußert. Der Lenkungsausschuss der Landesbank will nun am 10.01. abermals beraten, wie es weitergehen soll. Tags drauf soll sich auch der Aufsichtsrat der WestLB mit den Möglichkeiten auseinandersetzen. Es bleibt also weiterhin spannend. Vor allem für die Mitarbeiter der Landesbank.
Fragen zu Betriebsrat der WestLB warnt vor Landesbank-Split
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2011-01-05, 17:52
reiner tiroch