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WestLB bald in chinesischem Besitz?
- 15.12.2010
Nicht nur in Deutschland nehmen die Forderungen nach einer baldigen Konsolidierung und Umstrukturierung der heimischen Landesbanken weiterhin Gestalt an. Auch aus Brüssel kommen in regelmäßigen Abständen Meldungen, die auf eine rasche Korrektur des bisherigen Systems bei den Landesbanken drängen. Schon vor einigen Wochen hatte die nordrhein-westfälische WestLB den Vorgaben der EU-Kommission entsprechend damit begonnen, um potentielle Käufer zu werben. Dass ausgerechnet aus dem Reich der Mitte Interesse kommt, überraschend manchen Beobachter.
Laut aktuellen Meldungen kann sich eine chinesische Staatsbank vorstellen, die Landesbank von NRW zu übernehmen. Und zwar in anderer Art und Weise, als dies bisher spekuliert wurde. Denn angeblich soll das chinesische Institut daran interessiert sein, die WestLB mit allen Sparten in Gänze zu übernehmen. Zuletzt war in Deutschland immer wieder überlegt worden, ob der Verkauf in Einzelteilen nicht wesentlich erfolgversprechender sein könnte. Deshalb hatten die Experten mit dem Gedanken gespielt, die Landesbank vorzeitig in ihre verschiedenen Bereiche aufzusplitten, um die Verkaufschancen zu verbessern.
WestLB wirbt mit gut laufendem Mittelstandsbereich
In China gibt es trotz der möglichen ganzheitlichen Übernahme durchaus ein Hauptaugenmerk. Besonderen Reiz übt angeblich das Geschäft im Mittelstand aus, darüber hinaus scheint auch die Begeisterung für die Rohstoff-Finanzierungen der WestLB groß zu sein. Für Insider kommt dieses Interesse aus der Volksrepublik dann aber doch nicht so überraschend, wie es für Außenstehende wirken mag. Denn der Vorstandschef der Landesbank hatte schon früh nach potentiellen Investoren für das krisenerschütterte Bankenhaus gesucht.
Und war dabei auch nach China aufgebrochen, um dort nach Anlegern bzw. Käufern Ausschau zu halten. Intern präsentierte die WestLB interessierten Investoren im besagten Mittelstandsgeschäft Zugang und Kontakte zu mehr als 1.200 Kunden aus dem Mittelstand, die in Brandenburg und NRW beheimatet sind. Bei Projektfinanzierungen und Rohstofffinanzierungen tritt die Landesbank nach eigener Aussage international als Partner für mehr als 100 Kunden auf.
Eine Übernahme als Komplettpaket scheint möglich zu sein
Die chinesische Staatsbank ist keineswegs der einzige Bieter aus dem Ausland. Neben dem Institut gibt es verschiedene Investoren sowie eine kleine Zahl von Kreditinstituten, die sich einen Einstieg vorstellen können. Die Besonderheit besteht darin, dass die WestLB beim Verkauf nach China größtenteils in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben könnte, während die meisten anderen Bieter Gerüchten zufolge vorrangig an einzelnen Sparten der Landesbank interessiert sein sollen. Die Bemühungen aus der Volksrepublik zeigen aber noch mehr.
Die Bieterbereitschaft der Staatsbank ist nicht das erste Engagement an einer deutschen Landesbank. Denn bereits in der vergangenen Woche hat die HSH Nordbank verlautbaren lassen, dass bei erfolgreicher Prüfung möglicherweise zu einer strategischen Zusammenarbeit oder gar Partnerschaft mit der Staatsbank China Development Bank kommen könnte. Der wirtschaftliche Boom in China führt also verstärkt zu Investitionen in Deutschland, auch wenn sich die WestLB derzeit jeden Kommentars zu den Gerüchten enthält.
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