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Unethische Investitionen mit Geldern von Riester-Sparern?
- 15.12.2010
Wie vor jedem Jahresende befassen sich Verbraucherschützer auch 2010 nochmals ausgiebig und abschließend mit der Qualität und den Veränderungen bei Produkten wie Geldanlagen oder den verschiedenen Rentenmodellen. Schon in den vergangenen Wochen hatte sich gezeigt, dass mancher Finanzdienstleister die Ersparnisse seiner Anleger nicht immer in ganz seriösen Bereichen investieren. Nachforschungen hatten ergeben, dass mancher Dienstleister Gelder bei Herstellern von Streumunition investiert hatten. Ob dies auch bei den verschiedenen Riester-Modellen auf dem Markt der Fall ist, wollten nun die Experten Stiftung Warentest herausfinden.
Auch wenn die besagte Streumunition für normale Bürger grundsätzlich wohl eher nicht zu den ethisch vertretbaren Investitionsbereichen gehört. Aus politischer Sicht ist dieses Thema erst seit Sommer dieses Jahres sozusagen ein No-go. Mittlerweile stimmten dem so genannten Osloer Übereinkommen mehr als 100 Staaten aus aller Welt zu. Dieses Abkommen verpflichtet dazu, weder die Produktion der Bomben zu unterstützen noch heimischen Unternehmen die Produktion zu erlauben. Dennoch hatte sich in Tests gezeigt, dass man sich nicht überall an die Vorgaben hält.
Fondsgesellschaften lassen Rückmeldungen vermissen
Bei der Stiftung Warentest war zu der Überlegung gekommen: Wenn Anbieter von Produkten aus anderen Bereichen weiterhin auch in diesem Segment investieren, wie steht es um das ethisch-moralische Bewusstsein von Riester-Renten-Anbietern in Deutschland? Inzwischen haben viele Millionen Bürger einen Vertrag zur Riester Rente (ob klassische Rentenvariante oder Wohn-Riester) abgeschlossen. Entsprechend viele Menschen wären von der Investitionspraxis betroffen. Deshalb stellte die Stiftung Warentest eine direkte Anfrage bei einer ganzen Reihe von Anbietern.
Ein reines Gewissen scheinen die Finanzdienstleister nicht zu haben. Denn wie sonst ließe sich erklären, dass bisher nur etwa 40 Prozent der angeschriebenen Anbieter reagiert hat? Von dieser Zahl wiederum äußerte ein Dutzend, man könne grundsätzlich ausschließen, dass mit den Geldern der Riester-Sparer Hersteller von Streubomben finanziert werden. Diese 12 Gesellschaften können auch Belege für diese Tatsache erbringen, wie Stiftung Warentest mitteilte.
Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz von Banken
Lediglich zwei der Anbieter verwiesen auf eine Liste von Herstellerfirmen, bei denen sie auf keinen Fall Geld anlegen dürften. Die Gesellschaft DWS und der Mitbewerber Union Investment legten den Testern zudem eine Liste mit Ausschlusskriterien vor, damit sich die Experten ein genaues Bild von der Auswahl der Investitionsbereiche der Fondsgesellschaften machen konnten. Für die Stiftung Warentest ist das Ergebnis der Anfrage vor allem in einer Hinsicht bedenklich:
Wenn schon den Experten die Aussage verweigert wird, wie sollen dann Anleger genau erkennen können, was mit ihren Einlagen finanziert wird? Noch immer fehlt es an der nötigen Transparenz, um als Anleger die Produktauswahl präzise auf Basis der eigenen Vorstellungen vornehmen zu können. Noch komplizierter wird es bei Banken, die Riester-Produkte anbieten, weil sie vielfach gar keine Rechenschaft über ihre Investitionsbereiche abzulegen bereit sind. Bei den Nachhaltigkeitsbanken sieht die Sache oftmals anders an.
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