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Deutsche vertrauen am liebsten aufs Sparkonto
- 11.12.2010
Viele junge Bundesbürger sehen sich selbst als eher konservativ gesinnt. Auch hinsichtlich der Auswahl von Geldanlagen können die Deutschen mit Fug und Recht als konservative Anleger bezeichnet werden. Davon kann man sich nun sogar schwarz auf weiß ein eigenes Urteil bilden. Denn die Postbank hat bezüglich dieser Thematik eine Umfrage bei den Experten des Emnid-Institutes in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden nun publik gemacht.
Höheres Einkommen beeinflusst Produktauswahl nur minimal
Eine zentrale Aussage der Umfrage gleich vorab: Dass Sparen als ein wesentlicher Aspekt auch hinsichtlich der Altersvorsorge wichtig ist, haben die meisten Bundesbürger verstanden. Wenn es jedoch an die Auswahl der Finanzprodukte geht, mögen es die Deutschen eben eher klassisch.
Fast jeder Zweite – nämlich 49,1 Prozent der Teilnehmer der Umfrage – setzt auch weiterhin auf das gute alte Sparkonto. Leider sind genau diese Konten in den meisten Fällen wenig lukrativ, das Gros der Angebote dieser Variante kann momentan nicht einmal mehr Rendite einbringen, als nach Abrechnung der Inflationsrate wieder wegfällt.
Beliebt sind die Sparkonten laut der Emnid-Umfrage bei allen Anlegergruppen gleichermaßen. Männer und Frauen setzen in allen Altersgruppen in vergleichbarem Umfang auf das Sparkonto als Ort zur Unterbringung der eigenen Rücklagen. Auch zwischen den verschiedenen Einkommensschichten sind die Unterschiede nur marginal. Bei den Berufstätigen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen in Höhe von mehr als 2.500 Euro vertrauen immerhin noch 46,7 Prozent der Befragten auf das normale Sparbuch.
Mit bereits deutlichem Abstand schafft es der Bausparvertrag mit einem Anteil von rund 35 Prozent auf den zweiten Platz der beliebtesten Sparmodelle. Mit 31,2 Prozent liegt die Lebensversicherungspolice nur auf dem dritten Platz. Einen bleibenden Eindruck hat die Finanzkrise hinterlassen. Nur 21,9 Prozent der Teilnehmer der Umfrage gaben an, in Aktien und Fonds zu investieren.
Sparnotwendigkeit im Osten besonders hoch eingeschätzt
86,7 Prozent der Bürger haben der Umfrage zufolge verstanden, dass Sparen für die Vorsorge von großer Bedeutung ist. Hier sind es vor allem die Frauen, die einsichtig sind – 93,9 Prozent der befragten Frauen halten Sparansätze für wichtig. Bei den Männern liegt der Wert nur bei 78,9 Prozent.
Dennoch ist die Diskrepanz insgesamt zwischen der Zahl der einsichtigen Bürger und der Gruppe derer, die auch wirklich als Sparer aktiv sind, überraschend groß. Als regelmäßige Sparer können laut der repräsentativen Umfrage im Auftrag der Postbank nur 41,1 Prozent der deutschen Bürger bezeichnet werden. Anders als bei den Geschlechtern und Einkommensgruppen gibt es regional gesehen sehr wohl deutliche Differenzen.
Sparen die Ostdeutschen nur in 30,4 Prozent der Fälle, ist der Anteil im Westen des Landes mit 43,7 Prozent doch wesentlich größer. Dabei geben die Befragten aus dem Osten des Landes mit rund 90 Prozent häufiger als die Westdeutschen (nur 85,9 Prozent) an, dass sie Sparen für wichtig oder gar sehr wichtig halten.
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Harald Büring
Hinzu kommt, dass man beim Tagesgeld normalerweise das gesamte Geld abheben darf. Anders beim Sparbuch: Hier muss ab einer bestimmten Höhe des abgehobenen Betrages eine Kündigungsfrist eingehalten werden.
Trotz dieser eingeschränkten Flexibilität bekommt man fürs Sparbuch weniger Zinsen als fürs Tagesgeld, was mir widersinnig erscheint.