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Verbraucher gehen zu sorglos mit Dispokrediten um
- 10.12.2010
Es vergeht kaum ein Tag, an dem in den deutschen Medien nicht irgendein Finanzexperten auf die extrem günstigen Konditionen auf dem Kreditmarkt hinweist.
Ob Kleinkredit oder Immobilienfinanzierung - seit Jahrzehnten waren die Chancen auf eine preiswerte Finanzierung für die Bürger in Deutschland nicht mehr so gut. Doch wenn die Folge dieser Entwicklungen der Kreditzinsen eine steigende Überschuldung der Haushalte ist, wird deutlich, dass die Möglichkeiten leider nicht nur für sinnvolle Unterfangen genutzt werden.
Verbraucherschützer kritisieren zum Jahresende abermals, dass die Banken derzeit große Summen in Werbeaktionen investieren, um noch mehr Kunden gewinnen zu können. Das Ergebnis ist mitunter gerade bei den jüngeren Kunden erschreckend. Allein in der Bundeshauptstadt sprechen Experten derzeit von mehr als 370.000 Personen, die mit einer Überschuldung zu kämpfen haben. Und die Zahl steigt auch bundesweit immer weiter. Für Branchenkenner ist dies vor allem ein Zeichen dafür, dass viele Bürger noch immer nicht ausreichend informiert sind.
Kunden wissen zu wenig über die Kosten
Für den zu geringen Informationsstand vieler Verbraucher spricht vor allem die Tatsache, dass viele Bankkunden noch immer allzu gerne von ihrem Dispositionskredit Gebrauch machen. Umfragen zeigen, dass nach wie vor gar nicht jedem Kontoinhaber bekannt, welche Kosten durch die Nutzung aufs Jahr gerechnet entstehen können. Schon die Jugendlichen schöpfen beim Dispo gerne aus dem Vollen und nehmen damit in Kauf, dass sie pro Jahr Zinsen in Höhe von weit über zehn Prozent an die Bank bezahlen müssen.
Banken nennen steigende Kosten aus Grund für hohe Zinssätze
Ob dies - wie die Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest erst kürzlich erneut betonten - reine Abzockerei ist oder ob die Banken die hohen Zinssätze tatsächlich erheben müssen, um ihre gestiegenen Ausgaben und die Risiken beim Dispokredit auszugleichen, sei einmal dahingestellt. Interessanter präsentiert sich für Kreditspezialisten die Frage, weshalb die Verbraucher im Bedarfsfall nicht lieber um einen günstigen Konsumkredit kümmern, der momentan bei einigen Banken schon für fünf Prozent Zinsen oder weniger pro Jahr zu haben ist.
Der Dispokredit wird zum ständigen Begleiter
Die Antwort auf diese Frage fällt vielen Experten leicht. Denn viele Verbraucher überlegen sich gar nicht erst, ob sie anderweitig preiswerter an Geld kommen können als über die Inanspruchnahme ihres Dispositionskredits. Sie wissen schlicht zu schätzen, dass ihnen die Hausbank ohne großen bürokratischen Aufwand schnell Geld bereitstellt, wenn die Zeit zum Sparen mal wieder fehlt. Dieser Luxus verleitet gerade die jugendlichen Bankkunden dazu, dauerhaft mit einem Bein im Dispo zu verweilen. Langfristig kommen dabei stattliche Summen für die Zinsen zusammen.
Die Gefahr, unentwegt den Dispokredit als festen Bestandteil des eigenen Vermögens einzuplanen, birgt zudem das Risiko, die Kontrolle über die Finanzen vollständig zu verlieren, sofern einmal wirkliche Engpässe entstehen. Denn zur Überbrückung solcher Phasen ist der Dispo eigentlich gedacht.
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