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Ethische Bankmodelle gewinnen langsam an Bedeutung
- 09.12.2010
Wie alle anderen Branchen der Wirtschaft unterliegt auch der Bankensektor inzwischen Trends und Strömungen, an denen sich die Institute im Idealfall orientieren, um erfolgreich den Weg zum Kunden zu finden. Einer dieser Trends der vergangenen Jahre ist das so genannte Social Banking. Die Krise hatte dazu geführt, dass die Kunden verstärkt nach nachhaltigen Konzepten suchen, die optimalerweise ebenso rentabel wie sozial vertretbar sind. Eine neue Studie zeigt nun, dass das Interesse am Social Banking steigt. Allerdings handelt es bisher eher um so etwas wie einen Insidertipp.
Wieder einmal ist es der so genannte „Kundenmonitor Banken 2010“, der von den Experten des Marktforschungsinstituts YouGovPsychonomics AG, der Aufschluss über das Wissen und die Erfahrungen der Verbraucher in diesem Bereich gibt. Befragt wurden im Rahmen der repräsentativen Studie insgesamt 1.500 Bürger im Alter ab 18 Jahren und bis maximal 79 Jahren. Die wohl wichtigste Erkenntnis: Die Bankenkrise hat tatsächlich dazu geführt, dass die Bankkunden sich nach Alternativen zum klassischen Bankenmodell auf dem Markt umschauen.
Vielen Kunden sagt „Social Banking“ nichts
Vielen Kunden fehlt nach wie vor das aus früheren Jahren bekannte Vertrauen in die klassischen Banken. Zunehmend legen die Verbraucher daher Wert auf Nachhaltigkeit und fordern diese auch von ihrer Hausbank ein. 43 Prozent der Bundesbürger gaben in der Befragung an, dass sie von ihrer Bank verlangen, dass heutzutage nicht nur der rein wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Aspekte bei ihrer Unternehmensausrichtung zugrunde legen.
Gut 75 Prozent der Umfrageteilnehmer gab zudem an, dass die Banken endlich mit mehr Transparenz arbeiten sollten und außerdem stärker als bisher eine soziale Verantwortung tragen müssten. Gerade infolge der Wirtschaftskrise scheinen die Verbraucher einzufordern, dass die Banken nicht einzig und allein Umsatz und Gewinn im Blick haben. Die Studie zeigt jedoch ebenfalls, dass die Befragten im Grunde gar nicht genau wissen, dass sie sich für das besagte Social Banking aussprechen.
Forderung nach mehr Verantwortungsbewusstsein
Denn gut 85 Prozent der Teilnehmer des Kundenmonitor Banken 2010 ist der Begriff Social Banking überhaupt nicht geläufig. Dies geht nicht zuletzt zu Lasten der so genannten Nachhaltigkeitsbanken, die in Deutschland weiterhin eher ein Nischendasein fristen. Die Institute dieses Branchenzweigs (wie etwa die Fidor Bank, die ihre Kunden vielfach sogar bei der Gestaltung neuer Produkte involviert) sind den Verbrauchern in Deutschland je nach Bank maximal 17 Prozent der Befragten ein Begriff. Die kleineren Banken erreichen sogar nur deutlich geringere Werte.
Und dennoch: Die Experten der YouGovPsychonomics AG sprechen davon, dass die Anforderungen der Kunden an die Institute weiterhin steigen. Und auch die Bereitschaft, sich mit neuen Banking-Modellen zu befassen steigt zusehends. Produkte mit nachhaltiger Ausrichtung gewinnen an Bedeutung. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, würde dies für die Banken den Zwang zum Umdenken mit sich bringen.
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