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Ethisch aktive Banken bleiben bei Bürgern beliebt
- 07.12.2010
Nach dem Motto „Weg vom reinen Renditegedanken und hin zum reinen ökologischen und sozialen Gewissen“ - so könnte der Grund formuliert werden, weshalb viele Bürger in den vergangenen Monaten und Jahren einen Wechsel mit dem Girokonto oder dem Sparkonto zu einer der so genannten Nachhaltigkeitsbanken vollzogen. Letztlich ist es dann aber wieder einmal nicht ganz so leicht, den Wechsel zu begründen. Schließlich boten etliche der Öko-Banken den Kunden zudem auch attraktive Konditionen, vor allem im Tages- und Festgeldbereich war für Anleger einiges zu holen.
Die Zahl der Banken aus dem Nachhaltigkeitssektor war zügig gestiegen, denn clevere Geschäftsleute und Aktivisten mit Visionen hatten zunehmend erkannt, dass in Zeiten der Krise auf Seiten der potentiellen Kunden ein erhebliches Bedürfnis besteht, die eigenen Ersparnisse nicht nur mit Blick auf den Investitionsertrag anzulegen, sondern zudem auch möglichst einen bleibenden ökologisch-ethischen Fußabdruck hinterlassen zu können mit der eigenen Investitionsentscheidung bzw. der Wahl der Hausbank.
Kunden nehmen höhere Gebühren und geringere Guthabenzinsen in Kauf
Banken wie die Ethikbank – ein direktes Tochterunternehmen der Eisenberger Volksbank – konnten unter Beweis stellen, dass wirtschaftliche Ausrichtung und ethisches Verhalten keineswegs ein Widerspruch sein müssen. Die Kriterien der Banken der Branche sind im Prinzip denkbar naheliegend. In Frage für Investitionen der Nachhaltigkeitsbanken kommen Unternehmen, die auf Aktivitäten auf Gebieten wie der Gentechnik, der Atomtechnologie und der Rüstungsbranche verzichten. Und natürlich werden keine Darlehen an Unternehmen vergeben, die nachweislich auf Kinderarbeit und Tierversuche setzen.
Dieser Ansatz sorgt dafür, dass Anleger ohne schlechtes Gewissen ein Girokonto der Nachhaltigkeitsbanken eröffnen können bzw. Geld auf einem der Sparkonten anlegen können. Allerdings müssen Kunden schon vor dem Wechsel zu einer Bank mit hohen ökologischen und ethischen Ansprüchen vorab wissen: Zu den günstigsten Produkten gehören die Girokonten dieser Banken in der Regel eher nicht. Und auch bei den Geldanlagemodellen sind die Produkte der Banken eher im Mittelfeld als in der Führungsgruppe anzutreffen.
Branche wird weiterhin deutlich wachsen
Ein Problem scheint dies für die potentiellen Kunden allerdings eher nicht zu sein. Das jedenfalls lassen die stetig steigenden Kundenzahlen erkennen, von denen viele dieser Banken in ihren Jahresberichten Ende 2010 berichten werden. Ein Beispiel: Die besagte Ethikbank brachte es im vergangenen Jahr 2009 auf ein Wachstum von sage und schreibe 28 Prozent, während viele klassisch aufgestellte Institute immer häufiger Probleme haben, ihre Bestandskunden dauerhaft an sich zu binden. In diesem Jahr durchbrach die Ethikbank zudem die Grenze von 10.000 Kunden.
Damit gilt das Unternehmen als einer der wichtigsten Vorreiter der jungen Branche. Und der Trend wird sich fortsetzen. Denn Experten gehen davon aus, dass bis zu 20 Millionen Deutsche hohe Gewinne gegen ein reines Gewissen als Bankkunde auf Dauer einzutauschen bereit wären. Reichlich Potenzial also für die Nachhaltigkeitsbanken.
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