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Online-Banking auf Kölsch – die Sparkasse KölnBonn macht es möglich
- 06.12.2010
Da sag noch jemand, die deutschen Banken wären nicht bereit, ihre Produkte auch für fremdsprachliche Kunden besser zugänglich zu machen. Nachdem es schon seit Jahren spezielle Internetangebote in englischer Sprache gibt und seit kurzem bei einigen Banken auch die Kunden mit Migrationshintergrund als Zielgruppe entdeckt werden, hat sich Sparkasse KölnBonn etwas Besonderes einfallen lassen. Wie einer Mitteilung der Stadt Köln auf der Webseite zu entnehmen ist, können Online-Banking-Kunden nun auch auf kölsch Transaktionen im Web durchführen.
Was für Bürger außerhalb des Rheinlands vielleicht eher wie ein Spaß klingen mag, ist für Kölner Kunden vielleicht weniger lustiger. Denn bekanntlich pflegt man dort den eigenen Dialekt wie in kaum einer anderen Region Deutschlands. Online-Banking auf kölsch – was in den Niederlassungen der Bank im persönlichen Gespräch mit den Beratern vielerorts ohnehin zum Standard gehört, ist nun auch in der virtuellen Welt möglich.
Traditionsbewusstsein auch im Bankenalltag wichtig
Gewissermaßen stellt der neue Service im Web einen Brückenschlag zwischen dem modernen Dienstleistungsgedanken und der sprachlichen Tradition Kölns dar. Seit dem gestrigen Tage ist das Online-Angebot verfügbar. Rein technisch hat sich am Online-Banking der KölnBonner Sparkasse nichts verändert. Einzig die verwendeten Formulierungen wurden in vielen Bereichen in Mundart umgewandelt. Die Übersetzung wurde in enger Kooperation mit der Kölner Stiftung Kultur bzw. der auch überregional bekannten "Akademie für uns kölsche Sproch" erledigt.
Für Verbraucher, die des Kölschen nicht mächtig sind, lesen sich die Begrifflichkeiten durchaus amüsant. Statt des Begriffs "Wertstellung" findet sich auf der kölschen Variante des Online-Bankings der Sparkasse KölnBonn nun die Formulierung „Wäätstellung“, aus dem Terminus Geldanlage wurde kurzerhand „Geldaanlag“. Ganz so lustig gemeint ist der Service nach Aussagen des Vorstandes für das Privatkundengeschäft aber am Ende doch nicht.
Auch englisches Online-Banking als neuer Service im Angebot
Der Stellungnahme von Dr. Christoph Siemons ist zu entnehmen, dass es vor allem darum geht, die typisch kölsche Lebensfreude und das Lebensgefühl der Menschen in Köln auch bei Bankgeschäften zu integrieren. Für die Bank ist dieser Schritt keineswegs eine schlichte Werbeaktion. Vielmehr liege der Bank der Erhalt der sprachlichen Gepflogenheiten am Herzen.
Auch beim mobilen Banking bietet man zukünftig vergleichbare Alternativen für Kunden, denen es nicht auch im alltäglichen Bankgeschäft gar nicht kölsch genug sein kann. Die Sparkasse KölnBonn hat seit Dezember außerdem auch einen eigenen englischsprachigen Service in die Online-Produktpalette aufgenommen. Anderen Sprachen will man sich in Zukunft ebenfalls widmen.
Fraglich ist nun, ob sich andere Banken von ähnlichen Überlegungen verleiten lassen. Warum nicht auch Online-Banking auf Bayrisch, Plattdeutsch oder in sächsischen Dialekt? Kunden dürfen also gespannt sein, ob vielleicht schon bald ähnliche Services bei den Banken in den unterschiedlichen Regionen des Landes entwickelt werden.
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