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Zu hohe Kosten beim Pfändungsschutzkonto
- 01.12.2010
Die neuen gesetzlichen Regelungen zum so genannten Pfändungsschutzkonto waren für viele Verbraucher mit finanziellen Problemen ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit. Kam es früher etwa nach Kreditausfällen zu Pfändungen, wurden im Auftrag von Gläubigern vielfach selbst die Summen gepfändet, die unbedingt für die Deckung der Lebenshaltungskosten benötigt wurden. Nun kritisieren Verbraucherschützer jedoch, dass die P-Konten nicht selten mit zu hohen Gebühren angeboten werden. Eine ernste Belastung für finanzschwache Haushalte.
Die Experten der Zeitschrift Ökotest hatten sich die Konditionen vieler Kontomodelle dieser Ausrichtung genauer angeschaut und kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Banken die neuen Kontoprodukte in etlichen Fällen durch die Kunden mehr als üppig bezahlen lassen. Mitunter übertreffen die monatlichen Gebühren für die Kontonutzung die Kosten für ein ganz normales Girokonto sogar deutlich. Und das, obwohl die Konten im Normalfall sogar mit wesentlicher Leistungen angeboten werden als die herkömmlichen Produkte.
Gesetzgeber hatte andere Pläne
Das Ergebnis von Ökotest ist keineswegs ein gänzlich neues. Erst kürzlich hatte auch der Verbraucherzentrale Bundesverband zu bedenken gegeben, dass viele Banken im Lande die Lage der Verbraucher ausnutzen, um die eigenen Einnahmen aufzubessern. Wie hoch die Kosten aber wirklich ausfallen, zeigt sich nun aber in aller Ausführlichkeit im aktuellen Ökotest-Vergleich. Ausnahmen sind die hohen Kosten nicht. Bei den meisten Banken betragen die Mehrkosten verglichen mit dem klassischen Girokonto pro Monat bis zu sechs Euro.
Es ist im Grunde unnötig darauf anzumerken, dass die Banken in diesem Punkt ausgerechnet die Kunden zur Kasse bitten, denen das Geld Monat für Monat vielfach ohnehin an allen Ecken und Enden fehlt. Doch nach Meinung der Verbraucherzentrale ist dies nicht das einzige Dilemma bei den noch recht neuen Pfändungsschutzkonten. Vor allem steht die Praxis der Banken im Widerspruch zu den Vorstellungen des Gesetzgebers. Denn der eigentliche Plan sah vor, dass die Konten im Idealfall gebührenfrei angeboten werden sollten.
Service beim P-Konto oftmals Mangelware
Zumindest aber hätten die Kosten für die P-Konten nicht höher als beim normalen Konto ausfallen sollen, ohne dass zusätzliche Aufschläge in Rechnung gestellt werden. Wie so oft jedoch decken sich die Hoffnungen der Regierung nicht mit den Vorstellungen der Geldhäuser, die in den neuen Konten wohl vor allem eine gute Gelegenheit sehen, um noch mehr an den Kunden ohne große Auswahlmöglichkeiten verdienen zu können.
Den Service betreffend machten die Tester bei den insgesamt 159 Testfällen ebenfalls interessante Entdeckungen. So stellen beispielsweise überhaupt nur 27 Banken die P-Konten für Neukunden bereit. Bei den anderen Instituten gibt es das Konto nur für Bestandskunden. Darüber hinaus erlauben viele Banken den Kunden mit einem Pfändungsschutzkonto nicht einmal die Nutzung des Online-Bankings. Selbst auf die sonst übliche EC-Karte müssen manche Kunden verzichten. Nur bei sechs getesteten Banken kommen Kontonutzer in den Genuss einer Kreditkarte im Prepaid-Format.
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