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Riestern und Bausparen: Nichts überstürzen zum Jahresende
- 30.11.2010
Das ständige Wiederholen des Hinweises auf die Bedeutung einer privaten Zusatzrente als fester Bestandteil der Altersvorsorge scheint sich allmählich in den Köpfen der Verbraucher festzusetzen. Umfragen und Studien zeigen, dass die Bürger zunehmend begreifen, dass die Riester Rente oder auch der Abschluss eines Bausparvertrages im Grunde mindestens genauso wichtig sind wie die Rente vom Staat. Gerade zum Jahresende werben die Anbieter deshalb mit großem Aufwand dafür, dass die Kunden noch die Zuschüsse für das gesamt laufende mitnehmen sollten. Doch am ausführlichen Vergleich sollte kein Weg vorbeiführen.
Die Anbieter von Riester-Verträgen und Bausparprodukten lassen in den letzten Wochen des Jahres keine Gelegenheit aus, um potentiellen Kunden mitzuteilen, dass sie durch den rechtzeitigen Vertragsabschluss vor dem Jahreswechsel noch die staatlichen Fördergelder für die kompletten 12 Monate einstreichen können. Auf viele Verbraucher haben Aussagen dieser Art eine solche Anziehungskraft, dass sie vollkommen vergessen, die an sich obligatorische Vergleichsarbeit vor die Unterzeichnung des Vertrages zu stellen.
Niemals auf den Kostenvergleich verzichten
Aus Sicht von Verbraucherschützern ist dies ein mitunter folgenschweres Versäumnis. Immerhin binden sich Sparer beim Bausparvertrag wie auch bei der Riester Rente langfristig an ein Produkt und einen Anbieter. Da sollte der Blick nicht einzig und allein auf die erzielbaren Prämien und Zuschüsse gerichtet werden. Holger Handstein, seines Zeichens Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, weist die Bürger derzeit - wie in jedem Jahr - darauf, dass sie nicht auf die großen Versprechen der Finanzdienstleister hereinfallen sollten.
Natürlich sind Extras wie die normalen Zuschüsse oder die so genannte Arbeitnehmer-Sparzulage interessant für die Verbraucher, die sich in einigen Jahren den Traum vom Eigenheim erfüllen oder fürs Rentenalter vorsorgen wollen. Bedenkt man aber, welche Unterschiede es bei den Gebühren und Nebenkosten beim Riestern und Bausparen geben kann, wird klar, weshalb die Kunden sich die Zeit nehmen sollten, die Konditionen in aller Ruhe zu studieren und Produkte miteinander zu vergleichen.
Vertragsauflösung zieht Rückzahlung von staatlichen Zuschüsse nach sich
Zumal: Angesichts der langen Laufzeit (gerade im Bereich der Riester Rente) können sich günstigere Konditionen genau genommen deutlicher auswirken, als wenn die Sparer aufgrund einer voreiligen Investitionsentscheidung zwar noch die maximale Fördersumme vom Staat kassieren. Dafür aber insgesamt bis zum Auszahlungsbeginn der Rente in vielen Jahren über die Nebenkosten viel zu viel bezahlen müssen. Wer eine falsche Entscheidung getroffen hat und seinen Riester-Vertrag auflöst, muss die Zuschüsse zudem in voller Höhe zurückzahlen.
Dies gilt beim Bausparvertrag ebenso für die so genannte Wohnungsbau-Prämie. Wenn der Vertrag aufgelöst wird, muss der Bonus wie die Riester-Zuschüsse vom Staat zurückerstattet werden - und das für die gesamte bisherige Laufzeit. Es ist also in jedem Fall besser, zweimal nachzudenken. Zumal noch rund vier Wochen Zeit sind, um auch kurzfristig noch die richtige Entscheidung zu treffen.
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