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Weitere Verstaatlichungen von Banken in Irland erwartet
- 29.11.2010
Überraschend kam die Nachricht zum Antrag Irlands auf Unterstützung durch die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds zumindest für Außenstehende, denn Irlands Regierungschef hatte noch wenige Tage vor der Beantragung der Gelder aus dem Rettungsschirm beteuert, Irland werde aus eigener Kraft die Krise meistern. In Expertenkreisen hingegen wunderte sich mancher Analyst eher, dass es so lange dauerte, bis es zum Antrag kam. Nun will die Regierung des angeschlagenen Landes vor allem durch weitere Verstaatlichungen maroder Banken für sicherere Zukunftsperspektiven sorgen.
Ein wichtiger Grund für die rasche Handlungsbereitschaft ist mit Sicherheit darin zu finden, dass Irland selbst einen Beitrag leisten will, damit die Anleger und Investoren in Europa in zunehmenden Maße wieder Vertrauen in die Finanzmärkte auf dem Kontinent fassen können. Erst gestern hatten die Finanzminister der EU grünes Licht für die beantragten 85 Milliarden Euro für Irland erteilt. Und schon jetzt steht fest, dass allein die Bank of Ireland eine Kapitalerhöhung mit einem Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden Euro vornehmen will.
Bank of Ireland braucht frisches Kapital
Als Termin nennt die Bank den kommenden Februar 2011. Ausgleichen will die irische Bank mit dem zusätzlichen Geld in erster Linie die erwarteten weiteren Ausfälle im Kreditgeschäft. Die Summen will die Bank einerseits durch verschiedene verfügbare Instrumente des Kapitalmarktes erzielen, andererseits sollen Einsparung im Unternehmen selbst zur Verfügbarkeit zusätzlicher Mittel sorgen. Dass der Plan tatsächlich aufgehen wird, ist in der jetzigen Phase allerdings keineswegs sicher. Im Fall der Fälle müsste die Regierung der Bank mit Geld aus dem Rettungspaket aushelfen.
Deshalb lassen aktuelle Ankündigungen auch bereits erkennen, welche Schritte alternativ folgen sollen. Rund 80 Prozent der Bank of Ireland sollen am Ende wenigstens vorübergehend in den Besitz des Staates übergehen. Dies entspräche einer deutlichen Aufstockung der Staatsanteile. Denn bisher gehören dem Staat nur knapp 36 Prozent der Bank of Ireland. Das einzige betroffene Kreditinstitut wird die Bank allerdings nach momentanen Expertenprognosen eher nicht sein.
Rettungsschirm wird dringend für Bankenhilfen benötigt
Auch im Falle der Allied Irish Bank rechnen Analysten derzeit mit einer baldigen Verstaatlichung. Weiteren Banken könnte eine ähnliche Veränderung bevorstehenden, nachdem der Staat bereits die schwer getroffene Anglo Irish Bank in seine Obhut genommen hatte. Die Maßnahmen waren unerlässlich geworden, weil sich viele Banken aus Irland in den Jahren vor dem Ausbruch der internationalen Finanzkrise mit hochspekulativen Kreditgeschäften massiv verhoben hatten. Und zwar in noch schlimmeren Ausmaß als viele ihrer Mitbewerber aus anderen europäischen Ländern.
Viele irische Institute waren in der Folge durch die erheblichen Ausfälle in heftige finanzielle Bedrängnis geraten, so dass mancherorts die Insolvenz ohne staatliche Hilfsleistungen im Grunde unvermeidbar gewesen wäre. Die Ausfälle waren so erheblich, dass der Staat letzten Endes mit Problemen bei der Finanzierung der Rettungsmaßnahmen konfrontiert worden war.
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