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Wirbel um „Werbeaktion“ der HASPA an Hamburger Schule
- 16.11.2010
Dass sich Banken mit umfangreichen Werbekampagnen um die Gunst der Verbraucher bemühen, liegt in der Natur der Sache. Wie diese Aktionen mit dem Ziel der Gewinnung neuer Kunden im Einzelfall aussehen sollte oder aussehen darf, darüber gehen die Meinungen mitunter doch deutlich auseinander. Wie weit auseinander, zeigt sich aktuell an der Kritik an der Hamburger Sparkasse, die im Rahmen einer Aktion an einer Grundschule in der Hansestadt nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat. Wieder einmal war es der Norddeutsche Rundfunk, der das Problem publik machte, die Hamburger Schulbehörde hat inzwischen eine bestätigende Meldung herausgegeben.
Hamburger Schulbehörde: Alle Geldkarten sollen akzeptiert werden
Aufgetreten war das Dilemma an der Schule am Walde. Die Grundschule hatte sich dazu entschlossen, die Essensausgabe in der schuleigenen Kantine in Zukunft nur noch über so genannte Geldkarten abwickeln zu wollen. Zu diesem Zwecke hatte die Leitung der Schule die Eltern der Schüler und Schülerinnen dazu aufgefordert, ein Girokonto bei der HASPA zu eröffnen. Das Schreiben mit der Aufforderung war gemeinsam mit der Hamburger Sparkasse versendet worden. Diese Vorgehensweise als problematisch zu bezeichnen, wäre ein regelrechter Euphemismus. Das sieht man auch bei der Schulbehörde der Stadt ein. Die Schulleitung wurde dementsprechend bereits dazu angehalten, eine entsprechende Klarstellung zu veröffentlichen. Für die Kantinenbezahlung muss aus Sicht der Behörde sichergestellt sein, dass nicht nur mit den Karten der Hamburger Sparkasse die Bezahlung des Essens möglich ist. Auch die Karten jedes anderen Instituts müssten ohne Schwierigkeiten als Zahlungsmittel eingesetzt werden können. Für viele Experten ist diese Kooperation zwischen der Schule und der Haspa vor allem im Hinblick auf die so genannte Sponsoringrichtlinie kritisch einzuschätzen.
Schulleitung spricht von einem Missverständnis
In der Stellungnahme der in der Kritik stehenden Schule zeigt man sich betroffen. Man habe mit der Formulierung im Anschreiben an die Eltern der Schüler keineswegs bewusst Werbung für die Hamburger Sparkasse betreiben wollen. Auch hatte man nicht mit einem so heftigen Medienecho in dieser Sache gerechnet. Bei der Planung der Geldkarte als Zahlungsmittel beim Kantinenbesuch habe man, so die Aussage des stellvertretenden Schulleiters nur eine Verbesserung im Sinn gehabt. Zu dem Bericht im NDR war es gekommen, weil sich etliche Eltern von Schülern öffentlich darüber beschwert hatten, dass sie ein Konto bei der Sparkasse eröffnen sollten, damit ihre Kinder weiterhin wie gehabt in der Schulkantine ihr Essen bezahlen können.
Abschnitt mit Hinweis auf Kontoeröffnung hätte gestrichen werden sollen
Dabei weist die Schule darauf hin, dass die eigentliche Entscheidung für die Geldkarten-Bezahlung in Absprache mit den Eltern gefällt worden war. Und auch die Tatsache, dass die Hamburger Sparkasse schon bei einer Reihe anderer Schulen der Stadt (elf an der Zahl) als Partner in Erscheinung tritt, sei vorab bekannt gewesen. Einen Fehler räumt der stellvertretende Schulleiter aber ein. Nach eigener Aussage hätte er den Abschnitt mit dem Hinweis auf die Kontoeröffnung vor der Unterzeichnung des Informationsschreibens streichen müssen, um nicht Gefahr zu laufen, Werbung für die Haspa zu machen. Derlei Fehler sollen zukünftig nun nicht mehr vorkommen.
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2010-11-16, 19:55
Hamburger