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Bürger verstehen ihre Rentenberechnungen oftmals nicht
- 11.11.2010
Die Zahl der Berufstätigen im Lande, die sich neben der gesetzlichen Rentenversicherung auch auf privatem Wege über eine der verschiedenen Zusatz-Renten wie der Riester-Rente, der Rürup-Rente oder einer ergänzenden betrieblichen Altersvorsorge für die Zeit nach dem aktiven Berufsleben absichern, ist nach Auffassung von Rentenexperten nach wie vor zu gering. Nur langsam erkennen die Verbraucher die Notwendigkeit einer freiwilligen Extra-Versorgung, obwohl die letzten Jahren im Grunde eindeutig gezeigt haben, dass die Rente vom Staat allein kaum ausreichen wird, um ohne Probleme über die finanziellen Runden zu kommen.
Umso unverständlicher sind die Versäumnisse der Erwerbstätigen, wenn man sich anschaut, welche Schwierigkeiten sie vielfach mit ihrer gesetzlichen Rente haben. Viele Bürger verstehen die Kalkulationen der Rente nur sehr bedingt. Wie genau sich die ihnen zustehenden Leistungen zusammensetzen, ist vielen Menschen schlicht unverständlich. Dieses Unverständnis spiegelt sich nicht zuletzt auch in der Menge der Widersprüche wider, die pro Jahr gegen die Bescheide der deutschen Rentenkasse eingereicht werden. Gut 1,6 Rentenbescheide wurden im vergangenen Jahr 2009 an die Bürger verschickt. Mit 375.000 wurde nach Aussagen der Rentenkasse in fast einem Viertel aller Fälle versucht, die Berechnungen anzufechten. Bei etwa der Hälfte der Widersprüche bezogen sich die Bürger in direkter Form auf die so genannte Altersrente.
Nur wenige Widersprüche sind von Erfolg gekrönt
Doch es gibt Grund für Optimismus, wie Herbert Rische, der Präsident der Rentenversicherung, dieser Tage mittelt. Zwar könne nicht von einem deutlichen Sinken der Widerspruchszahlen berichtet werden. Insgesamt gesehen jedoch seien die Zahlen rückläufig. Positiv ins Gewicht fällt hierbei vorrangig die Tatsache, dass gut 120.000 der Widersprüche ohne großen Aufwand – häufig durch ein Telefonat – aus der Welt geschafft werden konnten. Allzu große Hoffnungen machen sollten sich Verbraucher ohnehin nicht, dass ihr Widerspruch gegen die Berechnungen der Rentenversicherung erfolgreich sein werden. Stattgegeben wurde im Jahr 2009 lediglich 2000 Widersprüchen, bei weiteren 3000 Rückmeldungen wurde teilweise Korrekturen durch die Rentenversicherung vorgenommen, Die Chancen, dass Verbraucher einen Fehler finden, sind als eher gering einzustufen.
Rentenversicherung will Bürgern bessere Informationen bieten
Als kompliziert erweist sich für viele Berufstätige die Kalkulation zu den vier unterschiedlichen Terminen, zu denen der Start ins Rentnerdasein erfolgen kann. In welcher Höhe sich diese Zeitpunkte negativ auf die Rentenansprüche auswirken, ist für viele Laien nicht unbedingt leicht nachzuvollziehen. Einfluss auf die genauen Konditionen bei Eintritt in die Rente haben auch Phasen einer Arbeitslosigkeit sowie Teilzeitbeschäftigungen in Form der so genannten Altersteilzeit. Spätestens bei Vorliegen solcher zusätzlicher Faktoren fällt es den Bürger oftmals extrem schwer, alle Rahmenbedingungen und die daraus folgenden Veränderungen genau zu verstehen. So kommt es letztlich zu vielen unnötigen Widersprüchen, die sich nur auf einen Verständnisfehler zurückführen lassen. Die alljährlichen Informationsbroschüren der Deutschen Rentenversicherung allein angesichts reichen der umfangreichen Klauseln und Sonderregelungen nicht aus, um Missverständnisse im Vorfeld zu verhindern. Dieser Tatsache ist man sich auch beider Rentenversicherung bewusst. In Zukunft sollen die Info-Schreiben verständlicher formuliert, damit Bürger das komplexe Thema auch ohne einen Rentenexperten an ihrer Seite verstehen können. So sollen die Zahlen der jährlich eingehenden Widersprüche weiter dauerhaft gesenkt werden.
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