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Rabatten und Prämien bei Versicherungen und Geldanlagen nicht überbewerten
- 09.11.2010
Das Jahr 2010 neigt sich schon wieder seinem Ende zu. Und wie immer in dieser Phase des Jahres weisen Experten auch jetzt erneut darauf hin, dass Verbraucher beispielsweise durch den Wechsel der verschiedenen Versicherungspolicen bis zum Stichtag mit etwas Glück bares Geld sparen können. Um nichts dem Zufall zu überlassen, nutzen die Versicherungsanbieter die Gunst der Stunde, um die Bürger zusätzlich mit Prämien und Rabatten zu potentiellen Neukunden werden zu lassen.
Diese Prämien sollten nach Aussagen von Versicherungsspezialisten jedoch nicht überbewertet werden. Im Einzelfall sind die Boni als Belohnung für den Wechsel der Versicherungsanbieter durchaus lohnend für die Verbraucher. Doch wie so oft muss das Gesamtpaket stimmen, so der wichtigste Hinweis der Experten. Denn auch wenn Versicherungen mit derartigen Prämien locken, müssen einerseits die eigentlichen Konditionen der Versicherungsverträge stimmen. Andererseits muss vor allem auch die Beratungsqualität stimmen. Einmal mehr sind es gerade die Verbraucherzentralen, die zum Jahresende keine Gelegenheit auslassen, um Bürgern zur Vorsicht zu raten, damit diese nicht voreilig auf Förderprämien und andere Extras hereinfallen, ohne alle Faktoren im Blick zu haben.
Alle verschiedenen Nebenkosten in die Berechnung einbringen
Natürlich kann sich der Wechsel lohnen, wenn Anbieter mit Rabatten und Prämien werben. Allerdings dürfen sich Verbraucher durch diese Versprechungen nicht vom ausführlichen Vergleich der sonstigen Kosten abhalten lassen. Gefragt ist ein grundsätzliches Studium der laufenden Kosten, die eine Versicherung oder ein Finanzprodukt nach einem Vertragsabschluss verursachen wird. Dazu gehören nicht nur die monatlichen Versicherungsprämien. Gerade bei Geldanlagen, die ebenfalls derzeit mit verschiedenen Extras angeboten werden, sollten Verbraucher neben den Basiskosten auch Gebühren für die Ausgabe eines Produkts oder die Verwaltung (etwa beim Konto oder einem Depot) berücksichtigen. Hohe Kosten bedeuten in diesem Fall zwangsläufig eine geringere Rendite. Wichtig sein kann dieser Vergleich vorrangig bei den privaten Altersvorsorgen wie der Riester-Rente. In diesem Bereich wiesen die Experten von Stiftung Warentest und anderen unabhängigen Testportalen erst kürzlich wieder erhebliche Unterschiede bei den Abschluss- und Beratungskosten hin. Vereinzelt blieb nach Abzug aller Nebenkosten kaum etwas von der staatlichen Förderung übrig.
Professionelle und unabhängige Beratung für Verbraucher von großer Bedeutung
Wichtigste Vorkehrung im eigenen Interesse sollte für Anleger und Versicherungskunden in spe also eine ausführliche Beratung sein. Diese sollte unabhängig stattfinden, um zu verhindern, dass die Berater vor allem ihre eigene Provision zur Basis der Anlageberatung machen. So genannte Honorarberater sind diesbezüglich meist bessere Ansprechpartner als die Berater, die im Dienste einer Versicherungsgesellschaft, einer Bank oder eines anderen Finanzdienstleisters stehen. Im Rahmen der unabhängigen Beratung muss zunächst geklärt werden, auf welche Dauer Anleger Investitionen tätigen und Vertragsbindungen eingehen wollen. Zudem spielen bei dieser Art der Beratung viele verschiedene Produkte eine Rolle. Viele Verbraucher verfügen nicht über ausreichend Hintergrundwissen zur Finanz-Thematik, um alleine Entscheidungen treffen zu können. Dies führt letztlich dazu, dass Anleger gar nicht genau erkennen, dass ihnen möglicherweise ganz andere Angebote viel größeren Dienst erweisen können als die Anlagemodelle, die ursprünglich als sinnvollstes Investment ausgewählt worden waren. Dies kann sogar bedeuten, dass auf staatlich geförderte Angebote zugunsten eines Alternativ-Produktes verzichtet wird.
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