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Bankkunden verzichten viel zu oft auf Beratungsangebote
- 29.10.2010
Eigentlich sollte man voraussetzen können, dass Verbraucher die Möglichkeiten der Beratung nutzen, wenn sie sich mit der Frage befassen, welche Finanzprodukte für welchen Anleger passend sind. Denn man kann kaum davon ausgehen, dass jeder normale Verbraucher alle wichtigen Aspekte der verschiedenen Produkte aus dem Effeff kennt. In Umfragen zeigte sich schließlich in den vergangenen Monaten wiederholt, dass die meisten Verbraucher tatsächlich mit Verständnisproblemen zu kämpfen haben.
Diese Situation kann schnell dazu führen, dass Anleger falsche Entscheidungen treffen, wenn sie die Besonderheiten einer bestimmten Anlage nicht richtig einzuordnen wissen. Und obwohl die Verbraucher in Befragungen von ihren Sorgen sprechen, zeigt eine neue Studie dieser Tage, wie häufig Kunden auf die Inanspruchnahme der Beratungsangebote von Finanzunternehmen verzichten. Und damit im Einzelfall einen gravierenden Fehler begehen – das hatte nicht zuletzt die Finanzkrise gezeigt, in deren Verlauf viele Anleger erhebliche Verluste hinnehmen mussten.
Neu-Vermögende lassen sich häufiger beraten
Das Unternehmen YouGovPsychonomics AG – einer der bekanntesten deutschen Spezialisten für Beratung und Marktforschung – hat seine Studie mit dem Titel „Kundenmonitor Assekuranz 2010“ ganz auf die Frage ausgerichtet, wie sich Verbraucher im Falle einer bevorstehenden Wiederanlage verhalten. Insgesamt wurden bei der Umfrage, in deren Mittelpunkt Versicherungsaspekte standen, nach Aussagen des Unternehmens 4495 Entscheider und Mitentscheider zu ihren eigenen Verhaltensweisen befragt. Das Mindestalter der Teilnehmer der in den Monaten Juni und Juli durchgeführten Umfrage lag bei 14 Jahren.
Das Resultat ist bedenklich. Anleger, die bereits über Vermögen verfügen und sich mit der möglichen Wiederanlage befassen, verzichten in 28 Prozent der Fälle auf eine ausführliche Beratung durch einen Anlageexperten. Bei den Verbrauchern, die erst noch am Vermögensaufbau arbeiten, liegt der Anteil derer, die ohne eine Beratung im Vorhinein aktiv werden, mit 16 Prozent immerhin deutlich darunter. Nachvollziehbar ist dieses Ergebnis nicht wirklich, denn eigentlich läge es nahe, dass Anleger in spe keine voreiligen Entscheidungen treffen, wenn sie nicht über das erforderliche Hintergrundwissen verfügen.
Vermittler holen bei Beratung immer deutlicher auf
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage bezieht sich darauf, woher die Anleger ihre Mittel bekommen. Fünf Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihr Kapital infolge der Auszahlung einer Lebensversicherung erhalten haben. 20 Prozent der befragten Verbraucher gaben an, mit einer entsprechenden Auszahlung in den kommenden fünf Jahren zu rechnen. Für die Anleger, die in Zukunft an Geld kommen, wollen sich um die finanzielle Absicherung und die eigene Altersvorsorge kümmern.
Diejenigen, die Beratungsangebote nutzen, sucht erst kurz vor dem geplanten Termin für die Investition den Kontakt zum Berater. Bei den zukünftigen Vermögenden wollen aber gut 23 Prozent der Umfrageteilnehmer schon früh das Beratungsgespräch suchen. Gefragt sind dabei in zunehmendem Maßen die Dienstleistungen von Anlagevermittlern, denen Verbraucher eine hohe Kompetenz zusprechen. Bisher jedoch dominieren die Berater der klassischen Banken den Sektor.
Auf welchem Wege sich die Anleger beraten lassen, ist im Grunde auch nebensächlich. Die Hauptsache ist, dass die Beratung in unabhängiger und möglichst transparenter Art und Weise vonstatten geht. Dann ist sichergestellt, dass die empfohlenen Produkte nicht nur wegen der Provisionen für den Berater ausgewählt wurden.
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