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Riester und Co bei jungen Bürgern oft kein Thema
- 25.10.2010
Fragt man Experten, wann der richtige Moment für den Beginn der privaten Altersvorsorge ist, bekommt man immer die gleiche Antwort: So früh wie möglich. Und eigentlich sollte man inzwischen voraussetzen können, dass sich in der Bevölkerung herumgesprochen hat, wie wichtig die zusätzliche Absicherung für die Rente ist. Zumal bei der gesetzlichen Rentenleistungen immer wieder Nullrunden umgesetzt werden, während die Lebenshaltungskosten in Deutschland stetig steigen. Nicht ohne Grund hat der Gesetzgeber schließlich die Modelle der Riester- und Rürup-Rente geschaffen und überweist seinen Bürgern Zuschüsse für die freiwillige Zusatzabsicherung.
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Auch Extra-Zuschüsse lassen Azubis eher kalt
Die Realität sieht jedoch vor allem bei den jüngeren Bürgern wieder einmal anders aus, wie eine Umfrage der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung ans Licht brachte. Der Umfrage zufolge sind es gerade die deutschen Auszubildenden, die sich nicht bewusst sind, wie wichtig die Eigeninitiative in diesem Punkt ist, damit sie im Rentenalter nicht auf Sozialleistungen vom Staat angewiesen sind. Die Altersvorsorge mit staatlicher Förderung nutzen momentan nur etwa acht Prozent der Azubis im Lande. Ein mehr als bedenklicher Wert, der wohl nur den Rückschluss zulässt, dass die Berichterstattung und die Aufklärungsarbeit hinsichtlich der Rentenversorgung nach wie vor nicht ausreichend ist. Dabei erhalten die jungen Rentensparer neben der so genannten Grundzulage vom Staat sogar noch 200 Euro extra in Form des Berufseinsteigerbonus. Immerhin: 14 Prozent der Auszubildenden haben die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge erkannt, wobei 63 Prozent keine Ahnung von der so genannten Entgeltumwandlung haben.
Mehrheit legt Ersparnisse aufs Sparbuch
Unverständnis ernten die Azubis von Seiten der Finanzexperten, weil für 57 Prozent der Befragten das normale Sparbuch oder festverzinste Anlagemodelle die erste Wahl sind – trotz der derzeit schlechten Zinslage. Deutlich gestiegen ist hingegen das Interesse am Bausparen in Deutschland bei den jungen Deutschen der Altersklasse der 15- bis 25-jährigen. 23 Prozent der Befragten setzen auf den Bausparvertrag als Ansatz zur Vorsorge oder für die Finanzierung des Eigenheims. Weitere 15 Prozent zahlen monatlich Beiträge in Lebensversicherungen oder andere private Rentenversicherungen ein.
Die Umfrage der GfK-Marktforschung weist zudem auf einen Unterschied bezüglich der unterschiedlichen Schulabschlüsse hin. Im Durchschnitt legen rund 76 Prozent der Befragten Geld auf die Seite. Allerdings sparen Abiturienten mit 87 Prozent deutlich häufiger als Hauptschul-Absolventen. Azubis mit einem Hauptschulabschluss sparen nur in 65 Prozent der Fälle. Bei Lehrlingen mit mittlerer Reife liegt der Wert genau beim Durchschnittswert von 76 Prozent.
Einen Unterschied bei der Einstellung zum Geld gibt es auch hinsichtlich des Alters. So bestätigt die Studie, dass vor allem die jungen Auszubildenden ihr Einkommen lieber ausgeben als etwas auf die hohe Kante zu legen, während die Notwendigkeit der Vorsorge erst mit steigendem Alter bewusst zu werden scheint. Wer spart, tut dies aber nur in 37 Prozent der Fälle um sich für den Notfall abzusichern. Die meisten Befragten (61 Prozent) nennen geplante kostspielige Anschaffungen als Grund für ihre Sparsamkeit. Die Zahl der jungen Verbraucher, die schon zum Zeitpunkt ihrer Ausbildung an die Rentenzeit denken, liegt mit 17 Prozent der 500 befragten Personen auf einem eher geringen Stand.
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