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                  Tagesgeld immer noch besser als der Sparstrumpf

                  - 13.10.2010

                  Es gibt in der Geschichte immer wieder Momente, in denen verschiedene Faktoren aufeinandertreffen, die dazu führen, dass es den Anleger ausgesprochen schwer gemacht wird, wenn sie sich mit der Auswahl der sinnvollsten Geldanlage befassen müssen. Schon seit deutlich mehr als einem Jahr hält die Europäische Zentralbank inzwischen an einer extremen Niedrigzins-Politik fest. Diese hat damals die Banken in die günstige Position gebracht, dass sie sich mitten in der Wirtschaftskrise zu besonders guten Konditionen Geld leihen konnten, um die Auswirkungen der besagten Krise besser verkraften zu können. Diese sinkenden Zinssätze im Geschäft zwischen den Banken - auf dem so genannten Interbankenmarkt - hat aber noch eine weitere Folge gehabt, die sich direkt auf die Anleger in Europa bezieht.

                  Dank der niedrigen Zinssätze bei den Darlehen, die Banken sich untereinander gewähren, sind die Institute nicht mehr zwingend auf die Ersparnisse der Verbraucher angewiesen. Aus diesem Grund sanken die Zinsofferten der Banken in den Bereichen Tagesgeld und Festgeld über Monate hinweg. Und zwar so lange, bis sie sich auf dem derzeitigen Niedrig-Niveau einfanden, dass es den Anlegern dieser Tage so schwer macht, eine Investitionsentscheidung zu treffen. Nach aktuellen Berichten der Finanzberatung FMH bekommen Sparer momentan für ihre Einlagen auf einem Tagesgeldkonto im Durchschnitt nur magere 1,08 Prozent pro Jahr. Nur eine erlesene Auswahl einiger weniger Mitbewerber lockt Anleger mit Zinssätzen jenseits der Marke von zwei Prozent jährlich. Schön und gut, mag mancher Sparer denken. Damit könnte man vielleicht noch leben, frei nach dem Motto „besser als nichts“.

                  Besser wenig als gar keine Rendite!

                  Doch ausgerechnet in dieser Phase kommt zu den Niedrigzinsen im Tagesgeldsektor noch ein weiteres Problem, dass sich natürlich auch bei den Festgeldprodukten negativ auswirkt. Denn schon seit Monaten liegt nicht nur der Leitzins auf einem historisch niedrigen Stand, auch die Inflationsrate bringt es auf einen eher ungewöhnlich hohen Stand. Sie liegt bei immerhin 1,1 Prozent. Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu erkennen, dass das durchschnittliche Tagesgeldkonto aktuell also im schlimmsten Falle ein Verlustgeschäft sein könnte. Und auch die Top-Produkte auf dem Markt bringen nach Abzug der Inflationsrate nur einem minimalen und überschaubaren Ertrag am Ende des Jahres. Der naheliegende Gedanke für vorsichtige Sparer mag nun der sein, dass man angesichts dieser Aussichten das Geld ebenso im guten alten Sparstrumpf aufbewahren könnte. Doch natürlich ist dieser Ansatz ein Trugschluss.

                  Aus einem einfachen Grund: Während Einlagen auf dem Tagesgeldkonto (oder bei allen vergleichbaren/ähnlichen Geldanlagen auf dem Markt) immerhin das Minus durch die Inflation ausgleicht oder zumindest minimale Rendite abwirft, verlieren nicht investierte Ersparnisse schrittweise an Wert. Der Vorteil des Tagesgeldkontos an sich ist nach dieser wichtigen Erkenntnis der, dass es einerseits wenigstens einen gewissen Zugewinn in Aussicht stellt bei cleverer Auswahl des Kontos. Andererseits bleiben die Sparer flexibel mit ihren Rücklagen. Denn die Hoffnung, dass die Zinssätze bei den Geldanlagen zügig wieder steigen werden, stirbt bekanntlich zuletzt. Einige Experten erwarten schon bald ein Ende der Politik der niedrigen Zinsen.

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