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                  Bonitätsprüfungen bei Kartenzahlungen zunehmend in der Kritik

                  - 27.09.2010

                  Die so genannten Bonus-Karten, mit denen Verbraucher in Deutschland und vielen anderen Ländern für Einkäufe in Supermärkten und vielen Unternehmen anderer Branche belohnt werden, stehen bereits seit Jahren unter heftigem Beschuss von Seiten der Verbraucherschützer im Lande. Denn – so der Vorwurf – bei vielen Kartenmodellen stehe vor allem die Sammlung von Kundendaten im Mittelpunkt des Angebotes und nicht die Belohnung der Konsumenten. Doch inzwischen zeigt sich, dass es keineswegs nur diese Kartenanbieter sind, bei denen es immer zu Datenschutz-Problemen kommt. Derzeit mehren sich die Meldungen darüber, dass in Deutschland auch bei den Betreibern von Netzen für die Bezahlung per EC- oder Kreditkarte das Sammeln von Daten der Verbraucher gängige Praxis sein soll. Die Berichterstattung beginnt sich zu überschlagen, denn das Thema Datenschutz ist spätestens seit Anfang des Jahres 2010 von großem medialen Interesse. Damals war es zu Datenmissbrauch bei einem spanischen Dienstleister gekommen. Infolge dessen hatten Millionen deutsche Karteninhaber mit Problemen beim Geldabheben und dem Bezahlen per Karte zu kämpfen.

                  Welcher Kunde bezahlt wo und wie viel?

                  Anfangs hieß es, dass sich vor allem der deutsche Marktführer Easycash als aktiver Datensammler betätigt habe. Doch mittlerweile scheint klar: Auch bei anderen Mitbewerbern wurden interessierten Unternehmen Bonitätsanalysen auf der Basis der Kundendaten angeboten. Erst gestern waren die Berichte über Easycash aufgetaucht, nun steht also fest, dass es sich eher um ein Problem der gesamten Branche handeln könnte. Die Angebote beinhalten einerseits Angaben dazu, wann und wo Kunden per Karte gezahlt haben, zudem nennen die Dienstleister ihren Kunden auch die Zahlungssummen. Für die Partner der Betreiber der Bezahl-Systeme können die weitergereichten Daten hilfreich sein, um die Bonität der Kartennutzer zu ermitteln oder zu erfahren, wie es um die Zahlungsfähigkeit der Verbraucher steht.

                  Verbraucherschützer beklagen fehlende Einverständniserklärungen der Kartennutzer

                  Neben Easycash sollen auch die Nummer zwei auf dem Markt, das Unternehmen Telecash, sowie der Netzbetreiber Intercard laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau für die Kunden Bonitätsprüfungen durchführen. Beim Anbieter Intercard wirbt man auf der Unternehmens-Webseite gezielt mit diesem Service für die Kunden, die auf die Bezahlsysteme vertrauen. So bietet der Karten-Netzbetreiber zunächst die Bezahlung per Karte in Verbindung mit der Unterschrift des Karteninhabers. Bestehen jedoch Risiken, kann eine Umschaltung auf das Bezahlen auf Basis der PIN-Nummer in Frage kommen. Durch den Einsatz des electronic-cash-Verfahrens erfolgt zunächst eine Anfrage bei der Hausbank der Kartennutzer. Die Überprüfung der Kreditwürdigkeit vor der Bezahlung an der Kasse halten die Anbieter für durchaus statthaft. Man biete den Kunden durch das System mehr Sicherheit, weil die Kartenzahlung bei überzogenem Kreditrahmen nicht zulässig ist.

                  Verbraucherschützer gehen davon aus, dass deutschlandweit Millionen Karteninhaber von den Datenerhebungen betroffen sind. Wären die Kunden über diese Praxis informiert, verhielte sich die Debatte wohl weitaus entspannter. Doch genau dieses Einverständnis holen die Netzbetreiber nicht ein, so die Kritik von Datenschützern. Zudem hätten die Konsumenten einen Anspruch darauf, selbst entscheiden zu können, welche Informationen Unternehmen über sie zu welchem Zeitpunkt bereitgestellt werden sollen. Die geäußerten Bedenken der Datenschützer führten inzwischen dazu, dass einige Unternehmen wie der Rewe-Konzern auf die Bonitätsprüfung verzichten.

                   

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