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Männer verlieren Interesse an privater Altersvorsorge
- 24.09.2010
Altersvorsorge ist eines der großen Themen dieser Zeit. Sinkende Rentenleistungen bzw. ständige Nullrunden für die Rentner im Lande haben bei den Verbrauchern inzwischen zu der Einsicht geführt, dass es im Alter ohne zusätzliche private Absicherung später ganz schon düster aussehen könnte. In den vergangenen Jahren haben die Verbraucher aus diesem Grund zunehmend auf die betriebliche Rente sowie die staatlich geförderten Zusatzrenten wie die Riester-Rente und die Variante Rürup-Rente gesetzt, um sich ergänzend abzusichern. Das hatten auch Studien und Umfragen regelmäßig unter Beweis gestellt, in denen Bürger angaben, die Wichtigkeit privater Absicherung erkannt zu haben.
Mit umso größeren Bedenken werden die Ergebnisse einer neuen Forsa-Erhebung bei Experten zur Kenntnis genommen, die für das Unternehmen Union Investment inzwischen seit fast dreieinhalb Jahren in Abständen von drei Monaten durchgeführt wird. An der Umfrage nehmen 500 Finanzentscheider aus Privathaushalten teil, die zur Altersklasse der Verbraucher im Alter von 20 bis 59 Jahren gehören. Die aktuellste Umfrage fand in den ersten beiden August-Wochen und zeigt bedenkliche Entwicklungen bei den männlichen Entscheidern. Denn die Herren der Schöpfung gaben für die Erhebung zum dritten Quartal des Jahres 2010 an, sich weniger mit der privaten Altersvorsorge auseinanderzusetzen als in den vergangenen Monaten. Als wichtig bezeichnen das Thema nur noch 67 Prozent der männlichen Teilnehmer der Umfrage. Noch im vergangenen Quartal lag dieser Wert immerhin bei 72 Prozent, wenngleich viele Rentenspezialisten auch diesen Wert noch als deutlich zu gering einschätzen vor dem Hintergrund der Entwicklungen, die das Rentensystem in den nächsten Jahren vermutlich durchlaufen wird.
Notwendigkeit der Zusatzvorsorge setzt sich bei Frauen durch
Noch kritischer präsentieren sich die Aussagen mit Blick auf die Veränderungen seit Beginn der Umfragen. Denn schon mehrfach ist der Wert gesunken. Vormals war die private Altersvorsorge noch für 75 Prozent von großer Bedeutung. Zu erwarten gewesen wäre eigentlich ein entgegengesetzter Trend, zumal vor allem die jüngeren Arbeitnehmer zuletzt immer wieder betont hatten, dass sie die Vorzüge der Privatrente als Ergänzung zur staatlichen Absicherung verstanden haben. Anders sieht die Lage bei den weiblichen Entscheidern aus. Bei ihnen gewann die private Altersvorsorge weiterhin an Bedeutung. Noch zum Jahresbeginn gaben etwa 70 Prozent der weiblichen Umfrageteilnehmer an, sich mit der Thematik zu befassen. Mittlerweile sind es sogar 78 Prozent.
Rückläufige Zahlen bei Riester-Verträgen
Dieser Unterschied zwischen Männern und Frauen bestätigt sich auch bei den Abschlüssen zur Riester-Rente. Vorsorge auf diesem Wege betreiben inzwischen 48 Prozent der weiblichen Teilnehmer der Forsa-Umfrage, im zweiten Quartal waren es erst 45 Prozent. Bei den Herren sank der Wert im direkten Quartalsvergleich um drei Prozent auf nun noch 39 Prozent. Sich nicht mehr mit der privaten Vorsorge zu beschäftigen, ist also nicht auf eine steigende Zahl von Vertragsabschlüssen zurückzuführen.
Als Problem stufen Experten diese Veränderungen aus dem Grund ein, weil es nach wie vor in erster Linie die Männer sind, die traditionell für Vorsorgeentscheidungen und andere finanzielle Maßnahmen verantwortlich zeichnen. Mangelndes Interesse wirkt sich daher im schlimmsten Fall direkt auch negativ zu Lasten der Familien aus. Besonders oft verzichten leider die so genannten Geringverdiener auf die Möglichkeiten der Altersvorsorge.
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