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                  Bankkunden sollten vielfach auf Dispo-Kredit verzichten

                  - 22.09.2010

                  Der Bereich der Girokonten ist momentan nicht ganz unumstritten. Nachdem das Bundeskartellamt in der letzten Woche ankündigte, man wolle den Banken bezüglich der berechneten Automatengebühr und der Zinssätze, die bei Nutzung des Dispokredites in Rechnung gestellt werden, erst einmal Zeit lassen, um eine eigene Lösung zu finden, zeigen sich viele Bankkunden und die Verbraucherzentralen nicht gerade angetan von dieser Zurückhaltung der Wettbewerbshüter. Denn Experten gehen eher nicht davon aus, dass die Bankenbranche aus freien Stücken ein Einsehen haben wird, dass die Dispo-Zinsen derzeit schlichtweg unangebracht hoch ausfallen. Und solange die Banken ihren Kunden nicht das erhoffte Wohlwollen entgegenbringen, raten Verbraucherschutzverbände den Bürgern dazu, selbst die nötigen Schritte zu ergreifen, um nicht mit enormen Nebenkosten durch den Dispo belastet zu werden. Denn Mittel und Wege gibt es durchaus, um das Girokonto günstig nutzen zu können.

                  Ein wichtiger Tipp in diesem Punkt:

                  Zwar gehört bei den meisten Banken der Dispositionskredit erst einmal grundsätzlich zum Service, wenn die Kunden eine ausreichende Kreditwürdigkeit vorweisen können. Zur Nutzung des Kreditrahmens aber sind die Inhaber eines Girokontos natürlich nicht gezwungen. Auch wenn es den Banken als zusätzliche Einnahmequelle mehr als lieb wäre, an allen Kunden etwas extra zu verdienen.

                  Im ersten Schritt sollten sich Kunden vor der Eröffnung eines neuen Girokontos genau darüber informieren, welcher Zinssatz für die Inanspruchnahme des Dispo-Kredites erhoben wird. Im Einzelfall kann ein überhöhter Zinssatz ein gutes Argument gegen die Nutzung eines auf den ersten Blick günstigen oder gar preiswerten Kontos sein. Zumindest für jene Kunden, die schon vor der Konto-Eröffnung wissen, dass der Dispo wenigstens ab und zu genutzt wird, sollte diese Überlegung einbezogen werden. Zu berücksichtigen sind gleichermaßen drohende Extrakosten, falls der Kreditrahmen versehentlich überzogen wird. Auch hier nutzen viele Banken die Gunst der Stunde, um die Umsätze aufzubessern, wenngleich erste Gerichtsurteile gegen diese gängige Praxis sprechen und wohl schon bald entsprechende Veränderungen nach sich ziehen werden. Alternativ zu Fixkosten für die Überziehung des Disporahmens können auch zusätzliche so genannte Überziehungszinsen berechnet werden, die nochmals deutlich über den normalerweise üblichen Dispo-Zinsen liegen.

                  Viele Verbraucher kennen die Kosten gar nicht

                  Welche Kosten genau für die Dispo-Nutzung auf Verbraucher zukommen, erfahren Kunden in spe entweder über die Webseiten der Institute, auf direktes Nachfragen bei den Beratern (wahlweise in der Filiale oder über die Kontaktformulare im Web) oder durch den Besuch eines Kontovergleichs. Auch in den Vergleichstests spielen die Dispo-Zinsen aufgrund der Meldungen in den vergangenen Monaten eine immer größere Rolle. Wer ein Konto bereits nutzt, aber die Dispo-Konditionen nicht kennt, sollte die letzten Kontoauszüge studieren. Zeigt sich, dass man bisher ein teures Konto genutzt hat, kann die fristgerechte Kündigung samt Anbieter-Wechsel bei regelmäßiger Dispo-Nutzung für viele Bankkunden selbst dann sinnvoll sein, wenn bis zum Auslaufen des Konto-Vertrages noch weitere monatliche Gebühren übernommen werden müssen.

                  Der beste Weg, um hohe Dispo-Kosten zu vermeiden, ist freilich der grundsätzliche Verzicht auf die Möglichkeit der Dispo-Ausschöpfung. Besser ist meist die Suche nach einem günstigen Ratenkredit, denn diese Produkte sind momentan zu deutlich besseren Konditionen zu haben.

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