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                  Ökologische Geldanlagen gewinnen an Bedeutung

                  - 16.09.2010

                  Wohin mit meinem Geld in den Zeiten nach der Finanz- und Wirtschaftskrise? Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Anleger aktuell immer wieder. Denn es ist deutlich schwieriger geworden, die richtigen Geldanlagen auf dem Markt ausfindig zu machen. Soll dann auch noch das Gewissen beim Investieren möglichst Ruhe bewahren, fällt die Auswahl des richtigen Anlageformates den Anlegern oftmals noch schwerer. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass die so genannten grünen Geldanlagen weiterhin bei den deutschen Sparern an Bedeutung zulegen können. Zunächst profitierten die Anbieter dieser Modelle vor allem davon, dass sich viele traditionelle Geldanlagen in der Krise als weit weniger sicher erwiesen, als es die Fonds-Betreiber und andere Anbieter ihren potentiellen Kunden über Jahre weiszumachen versuchten und dabei vielfach auch großen Erfolg hatten.

                  Auf dem gesamten deutschsprachigen Sektor waren die grünen Investitionsmodelle im zurückliegenden Jahr 2009 gefragter als jemals zuvor. Das bestätigt unter anderem der Berliner Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen in einem neuen Bericht zur Lage des Marktes einerseits in Deutschland und anderer zur Lage auf den Märkten in der Schweiz und Österreich. Der FNG bestätigt mit seinen aktuellen Zahlen im Grunde, was an anderer Stelle schon festgestellt worden war. Die nachhaltigen Investments finden vor allem wegen der schlechten Erfahrungen vieler Anleger mit herkömmlichen Anlageprodukten großen Zuspruch. Nachhaltige Rohstoffe, Aktien von Unternehmen, die im Bereich der erneuerbaren Energie tätig sind, und Immobilienfonds mit „grünen“ Eigenschaften: Allein die Privatanleger aus Deutschland haben im vergangenen Jahr gut 13 Milliarden Euro in dieses Segment des Anlagemarktes investiert. Verglichen mit dem Jahr 2008 entspricht dies einem Zuwachs von üppigen 68 Prozent. Niemals zuvor in der Geschichte der nachhaltigen Geldanlagen wurde eine so große Nachfrage registriert.

                  Privatinvestoren holen langsam aber sicher auf

                  Die Privatanleger bringen es bei den nachhaltigen Investments mittlerweile auf einen Anteil von rund 45 Prozent. Früher verbuchten Anbieter vorrangig Interesse von Seiten institutioneller Investoren. Noch vor gut zwei Jahren brachten es die privaten Investoren nur auf einen Anteil in Höhe von 37 Prozent am Gesamtvolumen der nachhaltigen Anlagen. Gering fällt jedoch die Nachfrage bei den privaten Anlegern mit einem Vermögen in mindestens siebenstelliger Größenordnung aus. Wer umgerechnet mehr als eine Million US-Dollar auf der hohen Kante hat, gilt bisher nicht unbedingt als potentieller Interessent für die nachhaltigen Geldanlagen. Bei den institutionellen Investoren sind es in erster Wohlfahrtsorganisationen und Einrichtungen aus dem kirchlichen Sektor, die dem Aspekt der Nachhaltigkeit auch bei der Entscheidung für Geldanlagen Rechnung tragen wollen.

                  Eine Trendwende hin zur Nachhaltigkeit gibt es jedoch auch bei den reichen privaten Anlegern, wie eine Umfrage des Eurosif von Anfang September erkennen lässt. So überprüfte das European Sustainable and Responsible Investment Forum in einer Umfrage, wie hoch der Anteil nachhaltiger Anlagemodelle am Vermögen der besonders wohlhabenden Privatanleger in Europa ausfällt. Mit dem Ergebnis, dass der Anteil von 2007 bis Ende 2009 auf 729 Milliarden Euro und somit um stolze 35 Prozent zulegen konnte. Diese Summe entspricht einem Wert von etwa elf Prozent am Gesamtvermögen, das die geschätzten 2,9 überdurchschnittlich reichen Privatanleger in Geldanlagen investiert haben.

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