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CHE empfiehlt Studienkredite mit staatlicher Förderung
- 09.09.2010
Erst vor einigen Wochen hatten sich die Finanz-Spezialisten der Stiftung Warentest damit beschäftigt, welche Möglichkeiten der deutsche Kreditmarkt derzeit für Verbraucher bietet, die zur Finanzierung ihres Studiums einen Kredit aufnehmen müssen, weil die Bafög-Leistungen und die finanzielle Unterstützung der Familie nicht ausreicht, um die steigenden Lebenshaltungskosten samt Studiengebühren abzudecken.
Das Ergebnisse des Tests der unterschiedliche Studienkredite hatte gezeigt, dass gerade in diesem Bereich niemals auf den Vergleich der unterschiedlichen Modelle verzichtet werden sollte. Denn die Konditionen unterscheiden sich je nach Anbieter mitunter dramatisch. Die falsche Entscheidung kann dazu führen, dass die Kreditkosten noch Jahre nach dem Abschluss des Studiums abgestottert werden müssen. Im schlimmsten Fall scheitern studentische Kreditnehmer sogar an der Rückzahlung ihres Studienkredites, so dass nur noch der Ausweg namens Privatinsolvenz bleibt.
Zinssätze mit rund Prozent pro Jahr möglich
Da in wenigen Wochen das Wintersemester startet, hat sich nun auch das Centrum für Hochschulforschung erneut mit einer Vielzahl von Studiendarlehen auseinandergesetzt, um herauszufinden, welches Format für die angehenden Akademiker besonders günstige Finanzierungsmöglichkeiten bieten kann. Im Fokus des Tests des CHE standen insgesamt 36 verschiedene Modelle, die für Studierende im gesamten Bundesgebiet mit dem Ziel der Studienfinanzierung in Frage kommen. Die erste Erkenntnis des Tests: Das historisch niedrige Zinsniveau wirkt sich nicht zuletzt auch auf die Konditionen der Studienkredite ausgesprochen positiv aus. Besonders gut stehen die Chancen auf eine preisgünstige Finanzierung des Uni-Besuchs bei den Darlehensvarianten, die mit staatlicher Förderung angeboten werden. Das Optimum finden Kreditnehmer in spe dieser Tage beim Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Hier werden Darlehen zu einem jährlichen Zinssatz in Höhe von nur 1,99 Prozent offeriert. Ebenfalls bestens geeignet für die Studienfinanzierung ist das Studiendarlehen der KfW, die ihren Kreditnehmern Darlehen zu einem jährlichen Effektivzinssatz von 3,34 Prozent anbietet.
Nichts überstürzen bei der Kreditplanung
Günstige Konditionen auf dem Markt sollten nach Aussagen des CHE-Projektleiters Ulrich Müller aber nicht dazu führen, dass die Studierenden blindlings Kreditverträge abschließen. So sollten sich potentielle Kreditnehmer sehr genau überlegen, ob das Darlehen wirklich zwingend erforderlich ist, oder ob die Mittel nur dazu gedacht sind, sich hin und wieder kleine oder größere Wünsche zu erfüllen. Wer nicht 100%-ig sicher ist, dass das Studium ohne einen Kredit nicht möglich wäre, sollte lieber erst einmal verzichten und sich vor allem nicht von den guten Bedingungen verführen lassen. Besondere Vorsicht sollten die Interessenten in erster Linie bei den Darlehensangeboten herkömmlicher Banken walten lassen, wie auch der Vergleich der Stiftung Warentest unter Beweis stellte. Darlehen ohne staatliche Förderung ziehen oftmals beträchtliche Kosten für die Kreditnehmer nach sich. Zinssätze von acht bis neun Prozent pro Jahr sind nicht unüblich. Bei den Studentenkrediten sollten die Kreditnehmer zudem noch deutlicher auf die genauen Rückzahlungsmodalitäten achten. Wichtig ist hierbei vor allem die Frage danach, wann die Rückzahlung des Darlehens beginnen muss. Denn nicht jeder Hochschul-Absolvent findet gleich einen hochdotierten Job.
Die junge Kreditvariante des Studiendarlehens (erstmalig tauchten Produkte dieser Kategorie vor rund fünf Jahren auf dem Kreditmarkt auf) wird laut einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks momentan von nur etwa vier Prozent der deutschen Studierende genutzt. Jahr für Jahr schließen gut 50.000 eingeschriebene Studentinnen und Studentinnen einen Studienkredit-Vertrag ab. Allerdings sinkt die Nachfrage in einigen Bundesländern wie dem Saarland infolge der Abschaffung der Studiengebühren bereits wieder. Tatsächlich gingen viele neue Kreditprodukte dieses Bereich vielerorts mit der Einführung der Studiengebühren einher.
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