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Deutsche Anleger lieben Gold
- 31.08.2010
Die Deutschen gelten weltweit als relativ sparsam. Dass sie zudem auch extrem sparfreudig sind und ein Faible für sichere Geldanlagen haben, zeigte sich vielfach erst, nachdem die Finanzkrise ausgebrochen war. Vor gut drei Jahren begannen die Verbraucher in ihrer Rolle als Anleger nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie sie ihr Kapital gewinnbringend investieren konnten, ohne dabei allzu hohe Risiken eingehen zu müssen. Viele früher beliebte Anlageformate büßten während dieser Suche ihren vormaligen Reiz ein und wurden teilweise sogar zu einem regelrechten No-go, von dem viele Investoren lieber die Finger ließen. Seit rund drei Jahren sind nun also wieder die sicheren Anlagen bei deutschen Anlegern gefragt.
Rekordwerte im zweiten Jahresquartal
Gerade Gold erntet trotz des vergangenen Booms weiterhin enormen Zuspruch bei den potentiellen Investoren. Redlich verdient haben sich die deutschen Anleger den Titel des Gold-Weltmeisters. Nachdem sie zunehmend das Vertrauen in die eigene Währung verloren hatten – ob dies nun nur zeitweise oder auch langfristig gelten mag, sei dahin gestellt – nutzten viele Sparer die kurzfristige Atempause bei Gold dazu, doch noch zuzuschlagen. Ganz zur Freude der Händler, die Anlegern Möglichkeiten für Investitionen im Goldbereich bieten. Nach einer aktuellen Auswertung des so genannten World Gold Council erwarben die Deutschen allein im zweiten Quartal des laufenden Jahres Gold mit einem Gesamtvolumen vom gut 44.4 Tonnen. Insgesamt investierten die deutschen Goldfans damit etwa 1,3 Milliarden Euro. International gibt es derzeit kaum ein Land, das sich mit vergleichbaren Werten messen kann. Doch als durchweg positiven stufen Experten diese Entwicklungen nicht unbedingt ein.
Angst vor Unsicherheit in den Währungssystemen
Denn gerade, weil die Anleger sich Sorgen um die Gemeinschaftswährung Euro machen, nutzen sie die verschiedenen Produkte aus dem Goldsektor. Noch im zweiten Quartal des Jahres 2009 brachten es die Goldkäufe auf etwa 59 Prozent weniger Volumen. Verglichen mit den Investitionen in den ersten drei Monaten dieses Jahres stieg das Volumen der Goldkäufe von April bis Juni 2010 sogar um mehr als 150 Prozent laut der World Gold Council-Statistik. Selbst die bekannten „Gold-Nationen“ wie China und Indien verwiesen die deutschen Anleger auf die Plätze drei und zwei. Chinesische Anleger bringen es gemeinsam auf 37,7 Tonnen Gold, die indischen Investoren immerhin auf ein Investitionsvolumen in Höhe von 41,5 Tonnen.
Weiterhin großes Potenzial für neue Kurssprünge
Als Argument für die große Nachfrage der deutschen Anleger nach Gold führen viele Analysten die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte ins Feld. Verglichen mit anderen Ländern blickt Deutschland bereits auf zwei massive Einbrüche des eigenen Währungssystems zurück. Auch wenn die Mehrheit der Anleger diese gar nicht miterlebt haben und die Erfahrungen nur aus zweiter oder gar dritter Hand übermittelt bekommen. Ebenso sehen Experten die zunehmende Überschuldung der öffentlichen Haushalte (nicht nur in Deutschland) als Grund für die steigende Goldnachfrage. Dies geht nun sogar so weit, dass Analysten davon ausgehen, dass dem Edelmetall schon in Bälde ein erneuter Durchbruch in neue Sphären bevorstehen könnte.
Als Spielraum für diesen Kursanstieg werden Werte zwischen 50 und maximal 150 Prozent genannt. Einen Kurs von rund 5.000 US-Dollar je Feinunze Gold halten Beobachter der bisherigen Entwicklungen bereits bis zum Ende des kommenden Jahres für erreichbar. Investitionen können für Verbraucher somit durchaus ratsam sein, um die eigenen Ersparnisse und ihr Vermögen zu schützen. Denn: Wirklich sichere Währungen gibt es dieser Tage eigentlich nicht. Ganz abgesehen davon. Dass der Goldkurs zudem wenig anfällig für starke Kursschwankungen ist. Dies schützt auch die Nerven der Anleger.
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