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Wirtschaftliche Entwicklung weiterhin unklar
- 28.08.2010
Einer aktuellen Studie der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung zufolge sind die deutschen Verbraucher guter Dinge, wie es mit der Wirtschaft im Lande vorangehen wird. Sie zeigen sich allmählich wieder deutlich konsumfreudiger als zuletzt. Ein Trend, der sich fortsetzt, denn schon in den vergangenen paar Monaten war diese Entwicklung langsam aber sicher abzusehen.
Wenngleich auch in weitaus geringerem Maße. Die Bürger rechnen nicht nur damit, dass es mit der deutschen Konjunktur wieder bergauf gehen wird. Auch hinsichtlich der Einkommensentwicklungen erwarten die Teilnehmer der allmonatlichen Umfrage der GfK eine baldige Besserung. Doch während die Verbraucher eher positiv und optimistisch in die Zukunft schauen, sind sich die Ökonomie-Experten weit weniger einig, insbesondere bezüglich der Verbraucherpreise
Bei den Analysten herrscht kein Konsens, wie es weitergehen wird. Von einem deutlichem Preisanstieg geht die eine Gruppe der Ökonomen aus, während eine zweite Gruppe eher damit rechnet, dass sich die Bürger wie gehabt in vielen Bereichen über günstige Entwicklungen zugunsten dem Verbrauchen freuen dürfen. Zu 100 Prozent sicher sind sich indes beide Seiten nicht.
Inflations- und Deflationssorgen nicht völlig unbegründet
Dennoch gibt es insbesondere für die Gruppe der Skeptiker berechtigte Gründe zur Annahme, dass die derzeit grassierenden Inflationsängste nicht gänzlich unberechtigt sind. So sind die Schulden des Staates in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, weil der Bund über die staatlichen Rettungsschirme vielen Unternehmen – bekanntermaßen vor allem den Banken – unter die Arme greifen musste, damit diese die Krise wenigstens halbwegs unbeschadet überstehen können. Auch die Zentralbanken mussten Summen in Milliardenhöhe in Form von Garantien und Krediten locker machen zur Stabilisierung der Wirtschaft. Auch der historisch niedrige Stand der Leitzinsen lässt vermuten, dass weiterhin die Gefahr einer steigenden Inflationsrate besteht. Sollte dies tatsächlich eintreten, wäre infolge dessen spätestens mittelfristig von einem Anstieg der Preise zu auszugehen.
Das Kuriose an der momentanen Wirtschaftslage ist jedoch, dass aus rein volkswirtschaftlicher Sicht ebenso gut für eine zu erwartende Deflation argumentiert werden könnte. Für diese Erwartung entspricht in erster Linie, die in etlichen Ländern zu beobachtende Zurückhaltung der Banken bei der Vergabe von Darlehen an Unternehmens- und Privatkunden gleichermaßen. Die Zahl der Überschuldungen bei Firmen und Verbrauchern steigt vielerorts wieder an. Das Problem in diesem Zusammenhang: Allzu große Möglichkeiten zur Beeinflussung haben die Regierungen nicht mehr, um positive Signale zu setzen und für eine Besserung der Lage zu sorgen.
IWF-Experte gibt Entwarnung
Nicht einmal die theoretischen Volkswirtschafts-Modelle helfen dabei, eine zufriedenstellende Antwort darauf zu finden, ob eher eine Inflation oder Deflation bevorstehen wird. Nicht einmal bei den höchsten Instanzen des Bankensektors, den Notenbanken, gibt man dieser Tage reumütig zu, keine zuverlässigen Antworten auf die Frage "quo vadis, Wirtschaft" zu kennen. Es bleiben nur Hoffen, Bangen und Rätselraten. Ein Experte des Internationalen Währungsfonds könnte in dieser kritischen Phase nun die gewünschte Ruhe verschaffen. Auf Basis historischer Präzedenzfälle kommt der Volkswirt André Meier vom IWF aktuell zu dem Ergebnis, dass die Sorgen sowohl hinsichtlich einer drohenden Inflation wie auch bezüglich einer möglichen Deflationsgefahr zumindest in der momentan belastenden Weise unberechtigt sind. In 25 ansatzweise vergleichbaren Krisen-Situationen in 15 Industrienationen waren die Preise in den Jahren 1970 bis 2007 weder regelrecht explodiert noch in den Keller gegangen. Für den Ausbruch einer massiven Inflation oder Deflation wären deutlich stärkere Schocks in der Wirtschaft in kurzen Abständen nötig, so die Position Meier in einer aktuellen Studie unter dem Titel "Still Minding the Gap".
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