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Gold – noch lange nicht überbewertet?
- 25.08.2010
Spannende Investments sind in den vergangenen Wochen für Anleger eher selten zu finden. Bei einem Produkt stehen die Chancen auf ordentliche Renditen schlecht, während beim nächsten Anlagemodell zwar gute Erträge möglich sind. Dafür müssen sich die Anleger allerdings mit einem vergleichsweise hohen Verlustrisiko arrangieren. Ein Manko, das gerade für die so genannten Kleinanleger kaum tragbar ist, wenn es sich bei den investierten Geldern um Ersparnisse handelt, die zu einem späteren Zeitpunkt als wichtige Reserve für unerlässliche Anschaffungen verwendet werden müssen und daher eine unverzichtbare Absicherung darstellen.
Bei vielen Anlegern in aller Welt, die sich um zu hohe Verlustrisiken Sorgen machen, hat sich inzwischen Gold wieder als regelrechter Trend durchsetzen können. Das Edelmetall boomt. Mittlerweile bringt es der internationale Goldmarkt bereits auf ein Gesamtvolumen von sage und schreibe 6,4 Billionen US-Dollar. Angesichts eines solchen Wachstums stellen sich Interessenten ohne Frage aus gutem Grund die Fragen: Wie lange bleibt Gold ein rentables Investment? Und welches Potenzial besteht in der Hochphase auf dem Goldmarkt noch für Anleger, die erst jetzt einsteigen wollen oder ihr Portfolio erneut aufbessern wollen?
Derzeitiger Kurs noch nicht das Ende
Experten wie James Turk gehen nicht davon aus, dass der Kurs-Höhenflug beim Gold allzu bald ein Ende finden wird. Turk gründete Mitte der 1980er Jahre die Handelsplattform GoldMoney und ist ein international anerkannter Experte für alle Fragen rund um das Thema Gold. Der Insider will sich in aktuellen Interviews nicht den Bedenken vieler Kollegen anschließen, die dieser Tage darüber spekulieren, auf dem Goldmarkt könnte sich eine Art Blase entwickeln, die über kurz oder lang die Einlagen vieler Sparer verzehren könnte. Aus Turks Sicht ist nicht der Goldpreis selbst problematisch einzustufen. Vielmehr könne ein Großteil des derzeitigen Aufwärtstrends mit den schwachen Kursen etlicher Devisen erklärt werden. Diese hätten zuletzt teils erheblich Kaufkraft eingebüßt und somit ihrerseits dafür gesorgt, dass der Ansturm auf Gold weiter zunahm. Mit dem Ergebnis, dass die Unze Gold aktuell einen Preis jenseits der Marke von 1200 US-Dollar hält.
Als ein Argument für seine These, dass Gold keineswegs überbewertet sein, führt Turk einen historischen Vergleich an. Wer heute ein Barrel Rohöl erstehen möchte, zahlt momentan in Gold gerechnet den gleichen Preis wie zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Ganz abgesehen davon: Gold stellt nach wie vor in puncto Sicherheit fast so etwas wie das Nonplusultra dar für Anleger. Eine physische Gefahr für die Einlagen besteht nicht, denn hinter den Edelmetall-Reserven steht keine einzelne Bank.
Gold als Alternative in unsicheren Marktzeiten
Trotz dieser hohen Sicherheit scheut mancher Käufer in spe den Erwerb, denn vielen Anlegern ist der Goldkauf schlicht zu umständlich, weil sie Barren oder Münzen selbst bei einem Händler abholen müssen und einen sicheren Aufbewahrungsort finden müssen. Wer jedoch den Einstieg nicht wagt, könnte langfristig einen folgenschweren Fehler begehen. Auch wenn nicht jeder Analyst dem Goldkurs wie James Turk einen Unzenpreis von bis zu 8000 US-Dollar zutraut. Kaum ein Experte zweifelt in der aktuellen Phase daran, dass das Edelmetall auch weiterhin gute Entwicklungschancen hat. Vergessen dürfen Anleger aber dennoch nicht, dass Gold momentan vor allem dazu genutzt wird, die unsichere Marktlage in anderen Bereichen zu überbrücken. Sollte die frühere Stabilität zurückkehren, könnte auch der Gold-Höhenflug allmählich einem Ende entgegensteuern. Bisher sieht es aber nicht danach aus, dass die Unsicherheit allzu bald abebben wird. Dazu ist die Nachrichtenlage noch immer zu unerfreulich.
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