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                  Noa Bank bleibt nur der Weg in die Insolvenz

                  - 19.08.2010

                  In den so genannten Nachhaltigkeitsbanken suchen viele Anleger schon seit dem Ausbruch der Krise ihr Heil. Die Aussicht darauf, ökologisch und ethisch sinnvoll investieren zu können und dabei auch noch hohe Renditen zu erzielen. Somit war es nur logisch, dass schrittweise neue Institute entstehen würden, die ebenfalls um die Gunst der Verbraucher mit ethisch-moralischem Bewusstsein buhlen würden. Eine dieser Banken war die Noa Bank. Das junge Unternehmen wollte von Anfang an eine reizvolle und vor allem lukrative Alternative zu den herkömmlichen Banken des Landes sein. Mit großen Werbeaufwand und dem Versprechen, bei allen Entwicklungen und Investitionen mit größtmöglicher Transparenz zu Werke zu gehen. Gegründet worden war die Bank, weil Unternehmensgründer François Jozic für sein Factoring-Unternehmen ein Modell zur Refinanzierung benötigte. Für manchen Experten war schon der Start des Bankenhauses zwiespältig.

                  Anfänglicher Erfolg täuschte

                  In den ersten Monaten konnte die Noa Bank aber dann doch scheinbar ihre Ziele erreichen, zumindest für die ersten Anleger erwiesen sich die Geldanlagen der Bank als gute Wahl. Doch schon vor einigen Wochen kündigte die Bank an, erst einmal keine neuen Kontoeröffnungen zulassen zu können und zu wollen. Der Grund war ein zu unausgeglichenes Verhältnis zwischen erbrachten Einlagen und den durch die Noa Bank vergebenen Kreditsummen. Dies war zumindest die offizielle Stellungnahme der Unternehmensführung im eigenen Blog. Doch nach und nach sickerten Meldungen über Probleme mit der Bundesfinanzaufsicht durch. So hatte die BaFin schon Ende Juni dieses Jahres ein Verbot für weitere Engagements im Kreditsektor und als Anbieter von Geldanlage-Produkten untersagt. Allerdings ist der wahre Grund eine zu geringe Kapitalausstattung, und nicht das – wie von Seiten der Banken angeführte – zu ungleiche Verhältnis zwischen Kreditvolumen und Einlagen bei den Geldanlagen.

                  BaFin-Verhalten für Noa Bank-Gründer unverständlich

                  Nun wurde bekannt, dass die Bundesfinanzaufsicht eine Absichtserklärung an das Management der Bank übersendet hat, die besagt, dass der Noa Bank zum Stichtag 16. August ohne Lizenz dasteht und die Liquidierung der Noa Bank in Angriff nehmen will. Der Gründer des Unternehmens hatte sich nach aktueller eigener Aussage schon vor Zustellung des Briefes Ende Juli dazu entschieden, sich nicht länger um den Fortbestand der Bank zu bemühen. In seiner virtuellen Stellungnahmen nutzt Jozic aber zugleich die Chance, seinem Ärger über die Vorgehensweise der Aufsicht Luft zu machen. Dort habe man seinen Bemühungen um eine Stärkung der Kapitalbasis keine Beachtung geschenkt. Nun blieb dem Tochterunternehmen der Noa Bank, der besagten Factoring-Company, nichts anderes übrig, als einen Insolvenzantrag zu stellen, weil die Gespräche mit der BaFin nicht das gewünschte Rettungskonzept zur Folge hatten.

                  Die bisher verärgerten Anleger in spe, die mit einem Platz auf der Warteliste der Noa Bank Vorlieb nehmen müssen, dürfen sich nun freuen. Denn ihnen bleibt das Geduldsspiel um die geleisteten Einlagen erspart. Den Privatkunden der Noa Bank, die bereits Einzahlungen in den vergangenen Monaten erbracht haben, haben erst einmal infolge der bevorstehenden Insolvenz keinen Zugriff mehr auf ihre Ersparnisse. Damit befinden sich viele Verbraucher in einer ähnlichen Situation wie Ende 2008, als Tausende deutsche Anleger um ihre Gelder bangen mussten, die sie beim isländischen Institut Kaupthing Bank investiert hatten.

                  Kunden müssen Geduld aufbringen

                  Bei der Noa Bank sind rund 15.000 Kunden von der Schließung und Abwicklung betroffen. Insgesamt belaufen sich die Einlagen der Anleger auf mehr als 170 Millionen Euro. Verloren ist indes nicht. Denn die Noa Bank gehört einerseits nur der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und nicht der zusätzlichen Einlagensicherung der privaten Institute an. Somit sind Einlagen an sich derzeit nur bis 50.000 Euro geschützt. Die BaFin betont derweil, dass die Noa Bank aufgrund ihrer geringen Bilanzsumme für das deutsche Bankensystem nicht relevant sei. Sorgen um eine mögliche erneute Finanzkrise sind somit unbegründet.


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