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                  Stiftung Warentest rät bei Studienkrediten zur ausführlichem Vergleich

                  - 18.08.2010

                  Das Leben ist in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen zusehends teuer geworden. Insbesondere bei den Energiekosten muss in manchem Haushalt sehr genau auf den Verbraucher geschaut werden, damit die finanziellen Belastungen nicht ausufern und die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht überschritten werden. In den Berichten über steigende Lebenshaltungskosten wird jedoch nur allzu gerne eine bestimmte Gruppe vergessen. Die Studierenden. Die zunehmende Umstellung der Studiengänge an deutschen Universitäten und Fachhochschulen auf die internationalen Standards hat für viele angehende Akademiker dazu geführt, dass sie nur noch selten einem geregelten Nebenerwerb nachgehen können, um sich neben Seminaren und Vorlesungen etwas dazuzuverdienen. Auch in den Semesterferien müssen bei vielen Bachelor- und Masterstudiengängen Prüfungen absolviert werden, so dass auch in dieser Phase nur bedingt berufliche Aktivitäten möglich sind.

                  Doch nicht jeder Studierende hat wohlhabende Eltern, die pro Monat ein paar Hundert Euro überweisen können, damit Sohn oder Tochter ohne einen Nebenjob auskommen. Und auch die BAföG-Ansprüche reichen nicht in jedem Fall aus, um alle regelmäßigen Kosten abzufangen. Schließlich müssen nicht nur Lebensmittel, Miete und Strom, sondern auch vielfältige andere Ausgaben finanziert werden. Immer häufiger nehmen deutsche Studierende aus dieser wirtschaftlichen Not heraus die so genannte Studiendarlehen in Anspruch, die in der einen oder anderen Form bei vielen Banken zu haben sind. Mit der Frage nach der Qualität der verschiedenen Darlehensmodelle für die zukünftige Bildungselite in Deutschland haben sich nun erneut die Finanzspezialisten der Stiftung Warentest befasst. Veröffentlicht werden die Ergebnisse in der Finanztest-Ausgabe für den Monat September.

                  Auch Gebühren bei Studiendarlehen oft zu intransparent

                  Ein erster auffälliger Punkt begegnet den Testern bei der grundsätzlichen Darstellung der Kreditkonditionen. So kritisieren die Warentester, dass bei den Studiendarlehen nicht gerade mit großer Transparenz überzeugt wird. In diesem Punkt zeigen sich Parallelen zu vielen anderen Verbraucherkrediten, die nach Auffassung von Verbraucherschützern vielfach einen Mangel an Durchsichtigkeit bei den Bedingungen erkennen lassen. Dieser Punkt bestätigt sich nun erneut bei den 42 getesteten Studiendarlehen.

                  Verzicht auf Vergleich kann Kreditnehmer mehr als 3.000 Euro kosten

                  Welche massiven Unterschiede es bei den unterschiedlichen Produkten für die studentische Zielgruppe gibt, wird am Beispiel der Darlehen für die Finanzierung eines normalen Bachelor-Studiums mit sechs Monaten besonders deutlich. In diesem Fall zeigt der Test zinsliche Differenzen. Der niedrigste Jahreszins in Höhe von nur 3,72 Prozent wird Kreditnehmern der staatlichen KfW Bankengruppe bei den Förderdarlehen geboten. Das teuerste Produkt im Test in ein Studiendarlehen der Deutschen Bank, dass mit einem Zinssatz in Höhe von 7,73 Prozent nicht nur geringfügig ist. Das Resultat einer falschen Kreditauswahl in diesem Fall können Mehrkosten von rund 3.400 Euro sein – gerechnet auf die Gesamtkosten bis zum Ende der vereinbarten Rückzahlungsphase über sieben Jahre.

                  Wieder einmal gilt es vor der Unterzeichnung eines Kreditvertrages ganz genau auf die effektiven Zinskosten zu achten. Etwas überraschend scheinen diese gravierenden Kostenunterschiede bei vergleichbaren Kreditmodellen am Ende aber doch. Immerhin handelt es sich bei den Studierenden von heute – zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach – um die zahlungskräftigen Stammkunden von morgen. Übrigens: Wird das Darlehen nur für die „heiße Phase“ vor dem Studienabschluss benötigt, besteht vielerorts die Möglichkeit, über das Studentenwerk einen Kredit zu erhalten. Mitunter werden diese Darlehen sogar zinslos gewährt. Soll es ein Darlehen der KfW sein, müssen sich Studierende an die Hausbank wenden, denn der Kontakt ist nur über Institute möglich. Dass die Banken diese Darlehen nicht initiativ anbieten, liegt am geringen eigenen Verdienst bei Vermittlung von KfW-Krediten.


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