Blog
Sparen als Weg aus der Krise – US-Bürger denken zunehmend um
- 17.08.2010
Über viele Jahre hinweg waren die Verbraucher in den USA vor allem für ihre enorme Konsumlaune bekannt geworden. Kaum ein Konsument, der nicht mindestens eine Kreditkarte sein Eigen nennt. Viele Kunden verfügen schon seit Jahren sogar über eine ganze Reihe von Kreditkarten, Schulden sind keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Und diese Tatsache ist im Grunde nicht einmal schlecht. Denn nach Aussagen von Analysten gehen nach wie vor rund 70 Prozent der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung auf das Konto der Privatpersonen und ihrer Konsumbereitschaft. Und genau in diesem Punkt sieht mancher Experte aktuell einen durchaus bedenklichen Trend. Denn viele Verbraucher halten sich bisher eher zurück, wenn es darum geht, zu investieren und der heimischen Wirtschaft durch Einkäufe im klassischen Handel oder im Web endlich in der erhofften Weise wieder auf die Sprünge zu helfen.
Das Ende des Lebens auf Pump?
Sparen als neuer Trend – mit einer derartigen Veränderung des Bewusstseins hätte vermutlich kaum jemand gerechnet, immerhin blieben die Verbraucher in den USA dem Modell „Einkaufen auf Pump“ über viele Jahre treu. Das Kreditbüro Equifax hat nun Daten veröffentlicht, die in dreierlei Hinsicht Aufschluss über die aktuellen Veränderungen geben können. Einerseits ging das Gesamtvolumen der Verbraucherkredite in den Vereinigten Staaten im vergangenen Monat Juli von 11,5 Billionen US-Dollar im Vormonat auf nur noch 10,8 Billionen US-Dollar zurück. Darüber hinaus weist der Index zur Kreditwürdigkeit der Konsumenten, den Equifax in regelmäßigen Abständen erstellt, mit 704 Punkten den besten Wert seit rund 12 Jahren aus. Der Index gibt an, wie hoch die Gefahr ist, dass Darlehensnehmer laufende Kreditverpflichtungen nicht mehr bedienen können. Mit steigendem Indexwert sinkt auch das Ausfallrisiko.
Fehlendes Vertrauen in die Wirtschaft macht US-Verbraucher zu Sparfüchsen
Noch deutlicher werden die momentanen Entwicklungen beim Blick auf die Sparquote. Auch hier wird ein klares Plus deutlich. Derzeit liegt die Quote bei 6,4 Prozent. Zuletzt wurde ein solcher Wert vor 14 Monaten erreicht. An sich ist es nicht zwingend negativ, wenn Sparer Rücklagen bilden. Zumindest dann nicht, wenn die Reserven irgendwann wieder über den Konsum in die Wirtschaft gelangen. Doch genau an dieser Entwicklung hegt mancher Experten in der jetzigen Phase Zweifel. Vielen Verbrauchern fehlt es laut Umfragen vor allem am Vertrauen in die Wirtschaft. Sie bunkern ihre Ersparnisse lieber für den Fall, dass sich die wirtschaftliche Lage erneut verschlechtern könnte. Als einen Grund für die Rücklagenbildung nennen viele Umfrageteilnehmer beispielsweise die Angst vor einer Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme und der Sorge um die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes. Den Kunden mangelt es also nach wie vor maßgeblich an Vertrauen in die heimische Wirtschaft.
Dabei zeigt der Index zur Kreditwürdigkeit, dass die Ausgangssituation für die Aufnahme eines Darlehens aktuelle denkbar günstig wäre. Doch diesen Gefallen tun die Konsumenten der Wirtschaft schlicht nicht. Eingekauft wird einstweilen nur dann, wenn es wirklich dringend nötig ist. Doch genau diese Vorgehensweise reicht nicht aus, um eine wirtschaftliche Ankurbelung in die Wege zu leiten. Für Experten ist dieses Umdenken der Konsumenten historisch, da es sich scheinbar eben nicht nur um eine kurzfristige Veränderungen des Verhaltens geht. Vielmehr sprechen Beobachter von einem grundlegend neuen Verhaltensmuster. Die Wirtschaftsvertreter hoffen nun, dass wenigstens das Weihnachtsgeschäft – das zum Jahresende traditionell gute Ergebnisverbesserungen bringt – in gewohnter Weise positive Akzente setzen wird.
Kommentare zu Sparen als Weg aus der Krise – US-Bürger denken zunehmend um
Besucher fanden diese Seite unter folgenden Suchbegriffen:
- wege aus der us krise,
- us bürger sparen,
- usa bürger sparen,
- weg aus der krise usa,
- verbraucherkredit usa
