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                  EZB hält am Niveau der Leitzinsen fest

                  - 12.08.2010

                  Die Stimmen mit Bezug auf die Wirtschaftskrise könnten auch weiterhin kaum unterschiedlicher ausfallen. Während die eine Gruppe der Experten davon ausgeht, dass sich die Lage der europäischen und internationalen Wirtschaft im gleichen Maße wieder beruhigt hat, gehen andere Beobachter eher davon aus, dass es sich in der jetzigen Situation eher um so etwas wie die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm handelt.

                  Einer der Pessimisten ist zum Beispiel Jamie Dimon, seines Zeichens der Chef des Konzerns JP Morgan. Schon Anfang dieses Jahres wies der Finanzexperte darauf hin, dass Krisensicherheit längst weltweit immer im Hinblick auf eine zeitliche Begrenzung zu verstehen ist. Denn spätestens sieben Jahre nach Ende einer Wirtschaftskrise sei zumindest in einigen Bereichen mit einem neuen erneuten Zwischenfall zu rechnen, wie der Blick auf die Geschichte der Finanzmärkte verrät.

                  Eine dritte Gruppe von Analysten ist schon in der aktuellen Lage der Märkte der Ansicht, dass die Belebung der Wirtschaft nicht unbedingt als Zeichen eines endgültigen und durchweg positiven Aufschwungs gedeutet werden dürfe. Zu den Vertretern dieser Einschätzung scheinen auch die Wirtschaftsspezialisten der Europäischen Zentralbank zu gehören. Zumindest dann, wenn es um eine mögliche Korrektur des bestehenden Leitzins-Niveaus geht. Ein solcher Schritt wird mancherorts bereits seit Wochen gefordert, damit die EZB einer weiterhin drohenden Inflationsgefahr entgegenwirken kann durch die Anhebung der Leitzinsen.

                  Der aktuelle und am heutigen Tage publizierte Monatsbericht der EZB für den Monat August macht aber nun einmal mehr deutlich, dass vorerst mit keiner Veränderung des Niveaus zu rechnen ist. Als einen Grund für das Festhalten am bisherigen Zins-Kurs der EZB nennt der Bericht die Prognosen hinsichtlich der Preisentwicklung in den Mitgliedsstaaten. Auf mittelfristige Sicht geht der Rat der Europäischen Zentralbank von einem eher moderaten Stand aus. Zudem lasse die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erkennen, dass die europäische Konjunktur auch im zweiten Quartal des Jahres 2010 die erhoffte und dringend nötige Belebung erfahren haben. Dieser Trend setze sich bisherigen Zahlen auch im dritten Jahresquartal durch. Für die Experten der Zentralbank ein klares Indiz dafür, dass der eingeschlagene Kurs richtig ist.

                  Bisher keine endgültig positive Weichenstellung der europäischen Wirtschaft

                  Doch, so gibt der EZB-Rat trotz aller positiven Erkenntnisse zu bedenken, das Wirtschaftswachstum im Euroraum sei bisher noch zu uneinheitlich seien. Ein weiterer Grund, nicht voreilig an der Zinsschraube zu drehen, sondern lieber weiterhin abzuwarten und darauf zu setzen, dass sich die Sondermaßnahmen weiter durchsetzen und gute Signale setzen in der Wirtschaft der Staatengemeinschaft. Dennoch betont der Rat in seinem Editorial einmal mehr die nur vorübergehende Rolle, die die niedrigen Leitzinsen spielen in der EU. Zudem sei stets darauf zu achten, dass diese Maßnahme kein Hindernis für das so genannte Preisstabilitätsmandat der Union darstellten.

                  Der Verbleib bei den derzeitigen Leitzinsen dürfe aber nicht als negative Prognose verstanden werden. Der allgemein Wirtschaftsausblick wird von der EZB in durchaus optimistischen Farben dargestellt. Wiederholt seien es vor allem die guten Exportentwicklungen, die den Staaten der Eurozone wirtschaftlich auf die Sprünge helfen können. Diesen günstigen Veränderungen gegenüber stehen jedoch die Sorgen bezüglich weiterer Kursexplosionen wie etwa beim Rohöl oder anderen momentan sehr gefragten Rohstoffen. Hinzu kommt die Angst davor, dass die Regulierung globaler wirtschaftlicher Ungleichheit zu ungeordnet vonstatten gehen und daher negative Folgen haben könnte – nicht nur für die Staaten der EU. Als wichtigen Schritt stuft der Rat die Publikation der Bankenstresstests in der EU ein. Die Bekanntgabe der guten Ergebnisse könne endlich wieder mehr Vertrauen in die Finanzmärkte bringen. Von zu geringen Anforderungen an die getesteten Institute könne nicht gesprochen werden.

                   


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