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Verbraucher verlieren zunehmend Vertrauen in die Bankberatung
- 10.08.2010
Nicht in allen Bereichen sind die Folgen unbedingt dramatisch, wenn mangelhafte Beratungsqualität dazu führt, dass Kunden eine falsche Entscheidung treffen. Handelt es sich beispielsweise um den Kauf eines Elektrogerätes, können Konsumenten von ihrem Kauf zurücktreten, schlimmstenfalls sind ein paar Hundert Euro verloren. Geht es jedoch um die Beratung durch Mitarbeiter einer Bank, besteht bei vielen Verbrauchern die Gefahr, dass die über Jahre hinweg angesparten Gelder mitunter sogar in vollem Umfang weg sind. Dementsprechend wichtig ist es für Bankkunden inzwischen geworden, dass sie sich wirklich in allen Punkten auf die Erfahrung und Seriosität ihres Beraters verlassen können.
Doch genau in diesem Punkt haben die vergangenen drei Jahre der Finanzkrise zu einem regelrechten Dilemma geführt. Durch die Veränderungen infolge der Krise haben die Verbraucher erkennen müssen, dass die Bankberatung im Grunde der wichtigste Aspekt im Rahmen der Planung von Investitionen sein muss. Doch Zuverlässigkeit und die Berücksichtigung der Anlegerinteressen sind für die Berater nach wie vor nicht selten weniger wichtig als die eigene Provision für die Vermittlung einer Geldanlage und der steigende Umsatz für das Unternehmen. Das hat sich auch bis zu den deutschen Kunden herumgesprochen. In aktuellen Umfragen zeigte sich immer wieder, wie deutlich das Vertrauen der Anleger und anderer Kunden in die Bankenbranche gestört ist. Und zwar nicht nur bei den Geldanlagen. Immer wieder äußern Verbraucher zudem auch im Hinblick auf die Kreditberatung arge Bedenken.
Produkte zu kompliziert – Kosten oft nicht deutlich erkennbar
Eine der meist zitierten Studien dieser Tage ist eine Umfrage, die das Unternehmen TNS Infratest im Auftrag der ING-DiBa unter rund 2.500 Bankkunden durchgeführt hat. Immerhin 74 Prozent der Teilnehmer der Umfrage gaben an, dass ihr Vertrauen in die Qualität der Bankberatung nach und nach im Zuge der Wirtschafts- und Kreditkrise wesentlich gesunken sei. Und ausnahmsweise haben die Verbraucher diesbezüglich auch eine wesentliche Entscheidung getroffen. Für 68 Prozent der Befragten ist die logische Konsequenz aus dem besagten Vertrauensverlust, dass sie sich verstärkt selbst mit Finanzangelegenheiten auseinandersetzen.
Diese Entwicklung ist aus Sicht der Bankkunden schon deshalb sinnvoll und ratsam, weil 40 Prozent der Teilnehmer der Infratest-Umfrage kritisierten, dass scheinbar die Bankeninteressen stärker ins Zentrum der Beratungsgespräche gerückt würden als die Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der potentiellen Anleger. Die Schuld für diese unerfreuliche Veränderung sehen die befragten Bankkunden jedoch vor allem darin, dass die Berater durch die Banken dazu angehalten würden, bestimmte Anlageprodukte vorrangig als rentabel und sicher anzupreisen bei den Kunden. Dieser Auffassung sind 79 Prozent der Umfrageteilnehmer.
Kunden hoffen auf leichter verständliche Geldanlagen
Im Vergleich zu früheren Umfragen zeigt, dass inzwischen nur noch etwa 32 Prozent der Befragten ihre Interessen in der nötigen Art und Weise berücksichtigt sahen in der Beratung bei der Bank. Die Umfrage im Auftrag der ING-DiBa zeigt aber noch in einem anderen Punkt eine Veränderung. So sind 86 Prozent der Befragten der Überzeugung, dass Geldanlagen und Finanzprodukte allgemein in den vergangenen Jahren immer komplexer und unverständlicher geworden seien. Für 82 Prozent der Verbraucher ist diese Veränderung nicht zufällig entstanden. Vielmehr sehen sie eine Absicht auf Seiten der Anbieter der verschiedenen Produkte. Hintergrund der neuen Komplexität sei, so die Meinung der Bankkunden, die erhoffte Verschleierung von Kosten und Risiken für die Anleger.
Nachvollziehbar ist somit die große Zahl der Verbraucher, die im Rahmen der Umfrage ihrer Hoffnung hinsichtlich einer Vereinfachung der Produkte Luft machen. So wünschen sich 87 Prozent der Befragten in der repräsentativen Umfrage, dass die Geldanlagen auch für die Anleger endlich wieder transparenter, verständlicher und insgesamt verständlicher werden sollten. Auch dies könnte zu mehr Vertrauen bei den Kunden sorgen.
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