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                  Zinssätze bei Tagesgeldkonten und Krediten weiterhin unangemessen?

                  - 08.08.2010

                  Wenn es an die Suche nach einem Kredit für die unterschiedlichsten Anschaffungen geht, ist die Freude der Verbraucher aus naheliegenden Gründen groß, dass die Konditionen momentan denkbar günstig sind. Doch wie so oft im Leben gehen solch vorteilhafte Veränderungen auch mit weniger angenehmen Dingen einher. Im Falle der sinkenden Kreditzinsen sinken bereits seit Monaten auch die Zinssätze bei den gefragten Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld. Inzwischen sind bei vielen Banken nur noch Minimal-Zinsen zu haben. Insbesondere bei den Tagesgeldkonten haben sich die Bedingungen deutlich zu Lasten der Verbraucher verändert. Der Zinsgeiz greift weiterhin um sich. Dabei hatten viele Anleger schon vor rund 12 Monaten in Umfragen die Hoffnung geäußert, der Abwärtstrend könnte schon bald beendet werden.

                  Höhere Kosten für Institute im Interbankengeschäft

                  Doch diese Einschätzung erwies sich als falsch. Nach Aussagen der FMH Finanzberatung aus Frankfurt sanken die Tagesgeldzinsen seit Sommer 2009 nochmals um durchschnittlich gut 0,30 Prozent. Betrachtet man in diesem Zusammenhang jedoch den so genannten Euribor-Zinssatz, ist der fortgesetzte Trend in gewisser Weise überraschend. Auf diesen Zinssatz berufen sich die Banken meist, wenn es darum geht, die schlechteren Konditionen zu begründen. Dieser Tage wäre dieser Erklärungsansatz jedoch der falsche Weg für die Banken. Denn der Drei-Monats-Euribor verbesserte sich in den letzten Monaten immerhin um etwa 0,2 Prozentpunkte. Doch diese Veränderungen haben nicht die erhofften Auswirkungen im Sinne der Anleger gehabt. Normalerweise führen die höheren Kosten für Darlehen, die sich die Banken bei der Kreditvergabe untereinander in Rechnung stellen, dazu, dass die Zinssätze bei den Geldanlagen steigen. Denn die Banken versuchen in der Regel verstärkt, Geld von den Kunden zu bekommen, statt Darlehen bei anderen Instituten aufzunehmen.

                  Aber: Nur die wenigen neuen Anbieter bieten Verbrauchern aktuell Zinssätze für Tagesgeldeinlagen, die über der Marke von zwei Prozent liegen. Die Nachfrage ist daher groß. Dies wiederum sorgt dafür, dass sich mancher Kunde wie im Falle des Finanzdienstleisters GE Capital Direkt einige Wochen gedulden muss, bis das Konto eröffnet werden kann. Selbst Finanzexperten hatten darauf gesetzt, dass sich die Mitbewerber an den neuen Anbietern ein Vorbild nehmen würden. Davon jedoch ist bisher nichts zu sehen. Auch weiterhin sind es seltene Ausnahmefällen, in denen Anleger mit ihren Tagesgeldkonten Top-Zinsen erzielen können. Mitunter handelt es sich bei den besseren Angeboten zudem um Produkte, die nur für Neukunden hohe Renditen abwerfen.

                  Banken geben neue Bedingungen nicht an die Kunden weiter

                  Für Verbraucherschützer sind es gar nicht so sehr die schlechten Zinskonditionen bei den Geldanlagen, die auf Kritik stoßen. Vielmehr gehen die Forderungen dahin, dass die Banken und andere Finanzdienstleister wenigstens konsequent sein sollten, indem sie ihrer Niedrigzins-Politik in allen Produktbereichen gleichermaßen treu bleiben. Dass etwa die Inanspruchnahme des Dispokredites beim Girokonto nach wie vor mit Zinssätzen in Höhe von weit über zehn Prozent verbunden ist, begeistert weder die Kunden noch die Verbraucherschützer. Die höchsten Kosten müssen wie gehabt Kunden der Sparkassen und der Großbanken in Kauf nehmen. Besser versorgt sind da Kunden, die frühzeitig einen Wechsel zu einer der so genannten Direktbanken vorgenommen haben. Dort ist nicht nur der Dispo vielfach deutlich günstiger zu haben. Auch die Konditionen für Ratenkredite sind nicht selten deutlich besser. Verbesserungen der Zinssätze gab es jedoch auch in diesem Bereich in den vergangenen drei Monaten nur bei einigen wenigen Anbietern.

                  Einmal mehr zeigt sich also: Wie sich die Konditionen bei Geldanlagen und Krediten auch verändern – der Kunde ist weiterhin der letzte, der von den neuen Marktbedingungen profitiert. Dabei wäre ein kundenfreundlicheres Verhalten ein guter Weg, um das Kundenvertrauen endlich zurückgewinnen zu können.


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