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Commerzbank erreicht 2010 endlich wieder Gewinnzone
- 07.08.2010
Die Verstaatlichung von Banken war in den USA und in Europa gleichermaßen das letzte Mittel, um zu verhindern, dass Institute in die Insolvenz abrutschen. In Deutschland war es einerseits der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate, der in vollem Umfang in die Hand des Bundes überging. Im Falle der zweitgrößten deutschen Privatbank Commerzbank übernahm der Staat Unternehmensanteile in Höhe von 25 Prozent plus einer Aktie, weil das Bankenhaus an den eigenen wirtschaftlichen Problemen zu scheitern drohte.
Diese kritische Phase hat die Bank nun langsam aber sicher hinter sich. Das bestätigen unter anderem die Aussagen von Eric Strutz, seines Zeichens Finanzvorstand der Commerzbank. 2010 soll die Commerzbank seiner Einschätzung zufolge endlich wieder in die Gewinnzone steuern. Zumindest dann, wenn sich die derzeitigen Entwicklungen bis ans Jahresende fortsetzen sollten. Das zweite Quartal dieses Jahres deutet an, dass das Ziel keineswegs unerreichbar ist.
Etliche Analysten zeigten sich von den Ergebnissen überrascht, denn es war nicht unbedingt zu vermuten, dass die Bank nach den zwei schlechten Geschäftsjahren 2008 und 2009 schon jetzt wieder schwarze Zahlen schreiben und die Übernahme des Mitbewerbers Dresdner Bank deutlich schneller überstehen könnte. In den ersten sechs Monaten soll die Commerzbank ein Handelsergebnis in Höhe von mehr als 1,2 Milliarden Euro erzielt haben. Verursacht wurden die Ergebnisverbesserungen auch dadurch, dass die Bank die notwendige Risikovorsorge in den vergangenen Wochen reduzieren konnte. Auf die Zahlung einer Dividende sollten sich Besitzer von Commerzbank-Aktien aber eher keine Hoffnungen machen.
Bundeswirtschaftsminister hofft auf baldige Rückzahlung der stillen Einlage
Dies kann damit begründet werden, dass die neuen Meldungen noch etwas anderes nahelegen. So könnte die Commerzbank früher als zunächst erwartet damit beginnen, die mehr als 18 Milliarden Euro vom Staat zurückzuzahlen. Die Gesamtsumme setzt sich aus 1,8 Milliarden Euro für die Aktien der Bank und eine stille Einlage in Höhe von 16,4 Milliarden Euro zusammen. Die Bereitschaft kommt in gewisser Weise genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn in der vergangenen Woche hatte nicht nur Bundeswirtschaftsminister Brüderle anklingen lassen, dass er sich eine vorzeitige Rückzahlung der Staatshilfen durch die Commerzbank vorstellen könne. Diese Aussagen des Wirtschaftsminister sind jedoch weniger als positives Denken denn als klare Forderung zu verstehen. Und diesen staatlichen Vorgaben will die Commerzbank laut ihrem Finanzvorstand auch so gut wie möglich gerecht werden. Spätestens in zwei Jahren will die Bank mit der Rückzahlung der Gelder an den Rettungsfonds SoFFin beginnen. Sollten sich die Ergebnisse weiterhin positiv entwickeln, ist sogar ein noch früherer Termin für die erste Überweisung möglich.
Auch EU pocht auch baldigen Rückzahlungsbeginn
Einen festen Termin für die Rückzahlung sieht das Finanzministerium in seinen Unterstützungsplänen eigentlich nicht vor. Vorgesehen ist eine Beginn, sobald sich die Verhältnisse bei den Banken wieder stabilisiert haben. Doch nicht überall zeigt man sich so flexibel. Die Wettbewerbshüter der EU setzen sich dafür ein, dass die Commerzbank schon 2012 mit der Auszahlung des Staates beginnen soll. Der Grund für diesen früheren Termin zur Tilgung der Staatsgelder: Sobald die Commerzbank mit der Rückzahlung beginnt, sollen auch andere Institute dem Beispiel zeitnah folgen. Für die Europäische Union ist dieser rasche Beginn der Rückzahlungen vor allem deshalb so wichtig, weil zügig wieder für einen Ausgleich im Wettbewerb gesorgt werden soll. Immer wieder hatten sich verschiedene Banken in Europa beklagt, dass für die unterstützten Institute ein Vorteil bestehe, der nicht länger bestehen dürfe. Kritiklos stehen die Rückzahlungspläne nicht da. Denn Analysten weisen schon jetzt darauf hin, dass das Ergebnis im zweiten Quartal 2010 bereits deutlich hinter den ersten drei Monaten des Jahres zurückbleiben.
