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Goldsektor weiter von Unternehmensfusionen geprägt
- 06.08.2010
Während der Wirtschaftskrise kam es in vielen Bereichen der Wirtschaft zu Unternehmensübernahmen durch Mitbewerber, die die Gunst der Stunde – also die sinkenden Aktienkurse – nutzten, um sich nicht nur eines Konkurrenten zu entledigen, sondern vor allem für mehr eigene Stabilität zu sorgen. Denn die Redewendung „fressen oder gefressen werden“ galt insbesondere während der akuten Phase der Finanzkrise in ihrer reinsten Form. Dies war für manches Unternehmen auch der Grund, staatliche Unterstützungen in Anspruch zu nehmen, um sich gegen derlei feindliche Übernahmevorhaben frühzeitig wehren und sich als eigenständiger Bewerber bestätigen zu können.
Im Falle der aktuellen Veränderungen auf dem Goldmarkt ist die derzeitige Welle von Übernahmen und Fusionen aber eher als Reaktion auf die enorme Nachfrage zu verstehen. In den vergangenen Monaten stieg der Goldpreis immer wieder auf neue Rekordstände, wenngleich momentan aufgrund der Verbesserungen des Euro wieder etwas Ruhe einkehren konnte. Diese Entspannung beim Run auf das Edelmetall ändert jedoch nichts daran, dass die Reserven weltweit begrenzt sind. Eine steigende Nachfrage wird somit zwangsläufig in den kommenden Jahren zu einem weiteren Kurssprung führen – so wenigstens die Erwartungen der Goldminen-Betreiber, die dieser Tage ihre Position im Kampf um die wichtigsten Vorkommen in aller Welt durch Fusionen weiter verbessern wollen. Und tatsächlich: Die neuen Giganten des Marktes können nach Einschätzungen von Rohstoff-Experten zukünftig das Zepter noch stärker als bisher in die Hand nehmen und den Goldsektor bestimmen.
Neue Märkte erschließen und die internationale Marktposition ausbauen
Zuletzt war es in dieser Woche das kanadische Unternehmen Kinross, dass sich mit dem Konkurrenten Red Back Mining zusammenschloss. Jedoch hat so mancher Anleger von der mehr als sieben Milliarden US-Dollar schweren Fusion bis dato gar nichts mitbekommen. Dies liegt daran, dass im Laufe der Woche eine ganze Reihe von Quartalszahlen publik gemacht wurde. Allerdings ist die Zusammenlegung von Red Back und Kinross zudem auch nicht die größte Fusion dieses Jahres, andere Fusionen waren deutlich größer. Dennoch erfuhren beide Aktien nach der Veröffentlichung der Fusionsmeldung deutlichen Rückenwind. Die Aktie des Unternehmens Red Back Mining stieg im Verlauf des Jahres um teilweise 12 Prozent an. Die Kinross-Aktie legte immerhin zeitweise um über acht Prozent zu. Dass Red Back an der Börse in stärkerem Maße von der geplanten Fusion profitieren konnte, liegt vor allem daran, dass der Mitbewerber für die Übernahmen einen Aufschlag in Höhe von mehr als 20 Prozent zu bezahlen bereit ist. Finanziert wird der Deal einerseits durch eigene Unternehmensaktien sowie durch die Ausgabe so genannter Wandelanleihen. Auch letztere ist ein Grund für die verhaltene Reaktion der eigenen Kinross-Aktie. Anleihen dieses Formates führen erfahrungsgemäß zu einer Verwässerung des Aktienkurses.
Lohnend ist die Übernahme laut Experten zufolge aber dennoch mit großer Wahrscheinlichkeit für den Minenbetreiber Kinross. Erhält das Unternehmen durch die Fusion doch einen besseren Zugang zu den Goldreserven in vielen westlichen Gebieten Afrikas, in denen das Unternehmen bisher nur wenige Gebiete für den Abbau von Gold erschlossen hat. Red Back Mining hingegen betreibt bereits in Ghana und Mauretanien eigene Minen. Noch steckt das Engagement dort in den Kinderschuhen, so dass die Fusionierung ordentlichen Spielraum für zukünftige Tätigkeiten in Aussicht stellt. Der Chef des Übernehmers Kinross spricht denn auch von einem regelrechten „Wachstums-Kraftwerk“, das man durch den Zusammenschluss auf Basis bisheriger und zukünftiger Projekte ausbauen wird. Allein in den genannten Ländern Mauretanien und Ghana will Kinross ab 2015 pro Jahr fast vier Millionen Unzen Gold abschöpfen. Die Fusion brächte die beiden Unternehmen auf Platz vier der größten Goldminenbetreiber weltweit. Die Chancen auf eine Beeinflussung des Marktes stufen Analysten jedoch als eher gering ein.
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